Kirche
Kardinal: Deutsche machen sich bei Reformen Illusionen

Der deutsche Kardinal Müller, Erzbischof und Kardinal der römisch-katholischen Kirche, sitzt in seinem Arbeitszimmer während eines Gespräches mit der Deutschen Presse Agentur (dpa). Foto

© Oliver Weiken/dpa

Nachdem kürzlich schon der Vatikan hart mit den Reformbemühungen der deutschen Katholiken ins Gericht ging, legt nun Kardinal Müller nach. Auch zur Personalie Woelki hat er eine deutliche Meinung.

Die deutschen Katholiken geben sich mit ihrem Reformprozess nach Meinung von Kardinal Gerhard Ludwig Müller einer Illusion hin. Die im Rahmen des Synodalen Wegs angestrebten Neuerungen hätten keinerlei Chance auf Umsetzung, sagte der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation und frühere Bischof von Regensburg der Deutschen Presse-Agentur in Rom.

„Der Grund dafür ist nicht, dass wir hier in Rom diktatorisch auf unseren Überzeugungen beharren oder Macht ausüben wollen. Der Grund ist, dass die Kirche von Jesus Christus eingesetzt und entworfen worden ist. Wir haben keine Vollmacht, diese Ordnung zu verändern.“

Der Vatikan hatte kürzlich klargestellt, dass der Synodale Weg der deutschen Katholiken „nicht befugt“ sei, die Leitungsstrukturen oder Kirche oder gar die Lehre zu verändern. Der Synodale Weg strebt konkrete Reformen in den Bereichen Sexualmoral, Umgang mit Macht, Stellung der Frau und Pflichtzölibat (Ehelosigkeit) der Priester an.

Müller betonte, er sei nicht dafür, den Synodalen Weg komplett aufzugeben. Eine Synodalversammlung, in der die deutschen Bischöfe mit Laienvertretern zusammenarbeiteten und etwa über die Frage diskutierten, wie sexueller Missbrauch künftig verhindert werden könne, sei durchaus sinnvoll. „Die Kirche ist eine Gemeinschaft der Glaubenden, in der alle mitwirken sollen. Sie besteht nicht aus Befehlsgebern und Befehlsempfängern“, sagte…