Wembley feiert die neuen Europameisterinnen! Mit 2:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung haben sich die Gastgeberinnen aus England bei der Euro 2022 im Finale gegen die deutsche Mannschaft durchgesetzt und damit zum ersten Mal den EM-Titel gewonnen. Vor 87.192 Zuschauern im ausverkauften Wembley-Stadion war es ein Duell auf Augenhöhe, erst Mitte der zweiten Halbzeit fiel der erste Treffer: ein Alleingang, abgeschlossen mit einem gefühlvollen Lupfer in den Torwinkel durch die eingewechselte Ella Toone (62. Minute). Deutschlands Torhüterin Merle Frohms konnte nur hinterherschauen.

Die deutsche Mannschaft war nicht schlechter, hatte aber zunächst kein Glück im Abschluss und musste zudem auf ihre beste Torjägerin Alexandra Popp verzichten. Die 31-Jährige verletzte sich beim Aufwärmen leicht und konnte wegen muskulärer Probleme nicht spielen. Die beste Gelegenheit für die DFB-Frauen hatte Lina Magull vom FC Bayern, die in der 66. Minute aber nur den Pfosten traf. In der 79. Minute zielte sie besser und erzielte den 1:1-Ausgleich. Es ging in die Verlängerung.

Kelly stochert den Ball ins Tor

Dort blieb die Intensität hoch, in den ersten 15 Minuten fiel aber kein weiterer Treffer. In der 110. Spielminute konnten Frohms und Abwehrspielerin Kathrin Hendrich den Ball nach einer Ecke der Engländerinnen nicht aus dem Fünfmeterraum klären. Chloe Kelly stocherte mit langem Bein nach und schob zum 2:1 ein. Sie feierte ihren Treffer anschließend, indem sie sich das Trikot auszog und nur im Sport-BH Richtung Bank sprintete. Deutschland warf noch einmal alles nach vorne, konnte Englands Torfrau Mary Earps aber nicht noch einmal überwinden.

Englands „Lionesses“ feiern so den ersten Titel ihrer Geschichte – und nach dem WM-Erfolg der Männer von 1966 (übrigens auch in Wembley gegen Deutschland) den erst zweiten für England überhaupt.

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Das Finale in Wembley in Zahlen:

England – Deutschland 2:1 (1:1, 0:0) n.V.
Tore: 1:0 Toone (62.), 1:1 Magull (79.), 2:1 Kelly (110.)
Zuschauer: