Energiekrise
Grüne Umweltministerin Lemke gibt sich offen für Weiterbetrieb von Atomkraftwerk

Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne)

© Frederic Kern / Action Press

31.07.2022, 12:50
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Die Grünen-Politikerin Steffi Lemke schließt derzeit einen Weiterbetrieb des Kraftwerks Isar 2 nicht mehr aus. Sie hat dabei Rückhalt in ihrer Partei – viele Grünen-Mitglieder befürworten längere Kernkraftwerk-Laufzeiten.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hat einen kurzfristigen Weiterbetrieb des bayerischen Atomkraftwerks Isar 2 nicht ausgeschlossen. Dies hänge aber vom Ergebnis des laufenden Stresstests zur Energiesicherheit ab, sagte sie der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Die CSU forderte eine Laufzeitverlängerung für alle drei noch laufenden AKW um mehrere Jahre.

Eine Mehrheit der Grünen-Wähler ist laut einer Umfrage inzwischen für eine Laufzeitverlängerung für die verbleibenden Atomkraftwerke in Deutschland. Sollte der Stresstest ergeben, „dass Bayern tatsächlich ein ernsthaftes Strom- bzw. Netzproblem haben könnte, dann werden wir diese Situation und die dann bestehenden Optionen bewerten“, sagte Lemke. Sie rate in der aufgeheizten Debatte dazu, am Ende auf Grundlage von Fakten zu entscheiden. „Eine Hochrisiko-Technologie kann man nicht nach tagesaktuellen Umfragen beurteilen.“ 

Umweltministerin offen für Weiterbetrieb von AKW

Die von den Grünen geführten Ministerien für Wirtschaft und Umwelt hatten im März in einer Prüfung der Stromsicherheit in Deutschland eine Laufzeitverlängerung für die drei verbliebenen deutschen AKW abgelehnt und dabei auch auf Sicherheits- und Haftungsrisiken verwiesen. Inzwischen läuft ein weiterer sogenannter Stresstest zur Energiesicherheit, dessen Ergebnis in den kommenden Wochen vorliegen soll. 

Lemke machte gegenüber der „FAS“…