Es war 19:33 Uhr Ortszeit in London, als der Traum der DFB-Frauen vom erneuten Titelgewinn geplatzt war. 120 Minuten hatten sie sich einen harten Kampf mit den Engländerinnen geliefert, waren nach einem 0:1-Rückstand noch einmal zurückgekommen, hatten die Verlängerung erzwungen, aber das Tor von Chloe Kelly in der 110. Minute entschied das Finale der Fußball-Europameisterschaftzugunsten der Gastgeberinnen.

Beim deutschen Team flossen anschließend die Tränen, während die überwältigende Mehrzahl der Zuschauer im Wembley-Stadion zu „Football is Coming Home“ und „Sweet Caroline“ zusammen mit ihren Heldinnen den ersten internationalen Titel für eine englische Frauen-Nationalmannschaft feierten. 87.192 waren bei diesem historischen Moment live dabei – ein EM-Rekord, nicht nur für die Frauen, in der 62-jährigen Geschichte europäischer Titelkämpfe.

„Es ging nicht“

Deutschlands Topstar des Turniers musste sich auf dem Spielfeld von den Mitspielerinnen trösten lassen – und vor allem selbst Trost spenden. Alexandra Popp, die mit ihren sechs Treffern in fünf Spielen zur Symbolfigur der wiedererlangten Spielfreude geworden war, musste wenige Minuten vor Anpfiff des Endspiels passen. Der Test beim Aufwärmen verlief negativ, eine Muskelverletzung machte ihren Einsatz unmöglich. „Das hätte schon etwas ausgelöst, sie hat eine andere Präsenz, aber es ging halt nicht“, erklärte eine ernüchterte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg nach dem Spiel.

Teamgeist trotz Enttäuschung: Deutschlands Fußballerinnen trösten sich gegenseitig nach der Niederlage gegen England

Lea Schüller, ursprünglich als Stammkraft im Sturmzentrum gesetzt und durch eine Corona-Infektion ausgebremst, durfte statt Popp von Anfang an ran. Svenja Huth übernahm stellvertretend die Kapitänsbinde. „Lea war schon vorbereitet“, ließ Huth nach dem Spiel in der ARD wissen. „Wir haben das als Team angenommen, wurden aber leider nicht belohnt.“

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