Die Besatzung des Rettungsschiffs „Ocean Viking“ hatte die Menschen, darunter mehr als hundert Minderjährige, bei mehreren Einsätzen im zentralen Mittelmeer aus Seenot gerettet, wie die Organisation SOS Méditerranée mitteilte. Dagegen wartet das Schiff „Geo Barents“ der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mit rund 660 Geretteten an Bord weiter auf einen sicheren Hafen. An Bord befanden sich den Seenotrettern zufolge mehr als 150 Minderjährige.

Die deutsche Organisation Sea-Watch brachte unterdessen mehr als 430 gerettete Migranten nach Tarent (Taranto). Italien hatte der „Sea-Watch 3“ bereits am Donnerstag den Hafen am italienischen Stiefelabsatz zugewiesen, allerdings brauchte das Schiff nach Angaben der Organisation knapp zwei Tage dorthin, weshalb die Migranten erst am Samstag an Land gehen konnten. Einige der Überlebenden mussten aus medizinischen Gründen vorab in Sicherheit gebracht werden. Am Freitagabend legte außerdem die „Sea-Eye 4“ im Hafen von Messina für eine neue Mission ab.

Crew-Mitglieder der „Sea-Watch 3“ bergen Bootsflüchtlinge aus dem Mittelmeer

Schon mehr als 1000 Tote oder Vermisste

Das Mittelmeer ist eine der wichtigsten und zugleich gefährlichsten Fluchtrouten nach Europa. Immer wieder wagen Menschen auf der Suche nach Schutz die riskante Überfahrt. Vor allem im Sommer machen sich viele Menschen von den Küsten Nordafrikas in oft seeuntauglichen Booten auf in Richtung Europäische Union und geraten dabei nicht selten in Seenot. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit Beginn des Jahres mehr als 1000 Flüchtlinge und Migranten bei der Fahrt über das Mittelmeer gestorben oder gelten als vermisst.

Das deutsche Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ beim Einsatz im Mittelmeer (Archivbild)

Eines der Hauptziele der Migranten ist Italien. In den vergangenen drei Jahren verzeichnete das italienische Innenministerium aufs Jahr gesehen im Juli die höchste Zahl an ankommenden Bootsmigranten. In diesem Jahr sind mit…