Myanmar
Erstmals seit Jahrzehnten: Militärjunta richtet vier Gefangene hin, darunter zwei Dissidenten

Familienangehörige warten auf Häftlinge vor dem Insein-Gefängnis in Yangon (Archivbild)

© Unbekannt / AP / DPA

25.07.2022, 12:21
2 Min. Lesezeit

In Myanmar hat die Militärjunta vier Gefangene hinrichten lassen. Konkrete Angaben zur Todesart machte die Regierung nicht. Menschenrechtler kritisieren die Aktion.

Die in Myanmar regierende Militärjunta hat erstmals seit Jahrzehnten wieder Todesurteile vollstreckt und zwei bekannte Dissidenten hingerichtet. Insgesamt vier Gefangene seien wegen ihrer Verantwortung für „brutale und unmenschliche Terrorakte“ hingerichtet worden, berichtete die staatliche Zeitung „Global New Light of Myanmar“ am Montag. Beobachter befürchten nun weitere Hinrichtungen. Menschenrechtsorganisationen protestierten gegen die Exekutionen. 

Unter den Hingerichteten war der frühere Abgeordnete der Partei der entmachteten De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi, Phyo Zeya Thaw. Ihm wurde unter anderem vorgeworfen, einen bewaffneten Angriff auf einen Pendlerzug in Myanmars Metropole Yangon organisiert zu haben, bei dem fünf Polizisten starben.

Der staatlichen Zeitung zufolge wurde außerdem der bekannte Demokratie-Aktivist Kyaw Min Yu hingerichtet. Er war im Jahr 1988 bei den Studentenprotesten gegen die damalige Militärregierung Myanmars bekannt geworden. Die Junta warf ihm vor, in Online-Netzwerken zu Unruhen aufgerufen zu haben. 

Familienangehörige der beiden Männer sammelten sich vor dem Gefängnis in Yangon in der Hoffnung, die Leichen bestatten zu können. Die anderen beiden hingerichteten Männer sollen eine Frau getötet haben, die sie verdächtigten, eine Informantin der Junta in Yangon zu sein.

Menschenrechtsorganisiationen kritisieren…