WM 2022 in USA
Malaika Mihambo und dann lange nichts: Deutsche Leichtathletik so schwach wie nie

Goldsprung unter Schmerzen: Weitspringerin Malaika Mihambo war der einzige Lichtblick bei einer für deutsche Athlet:innen desolaten WM.

© Michael Kappeler / DPA

25.07.2022, 11:07
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Dass von der Leichtathletik-WM in den USA hierzulande kaum Notiz genommen wurde, lag nicht nur an der Zeitverschiebung. Die deutschen Athlet:innen waren so erfolglos wie nie zuvor. Malaika Mihambos Gold-Sprung hübscht das Fiasko nur wenig auf.

Es ist ein Zufall, dass in diesen Tagen der Leichtathletik-WM in Eugene/Oregon oft an die Olympischen Spiele von München 1972 erinnert wird. In 50 Jahren kann viel passieren, die Verhältnisse ändern sich und mancher Vergleich ist unfair, dennoch könnte kaum etwas den Niedergang der deutschen Leichtathletik mehr verdeutlichen, als wenn man den Medaillenspiegel der beiden Leichtathletik-Weltspiele nebeneinander legt. 1972 holten die Athlet:innen der Bundesrepublik sechs Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen. Noch erfolgreicher waren die DDR-Sportler:innen mit acht Mal Gold, sieben Mal Silber und fünf Mal Bronze. Die Bilanz des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in Eugene: eine Goldene, eine Bronzene – das war’s.

Schon seit vielen Jahren schwächelt die einstige Leichtathletik-Großmacht Deutschland gewaltig. Nun ist sie auf einem vorläufigen Tiefpunkt angekommen. Nie schnitt ein deutsches Leichtathletik-Aufgebot auf der Weltbühne schlechter ab als bei dieser WM in den USA. „Wir müssen feststellen, dass wir mit dem Ausgang der WM nicht zufrieden sind und es so nicht erwartet haben“, zog Chefbundestrainerin Annett Stein am letzten Wettkampftag in zurückhaltenden Worten eine äußerst bittere Bilanz. Zuvor war die WM 2003 in Paris der Tiefpunkt gewesen, als vier Mal Edelmetall verbucht werden konnte (eine Silber, drei Bronze).