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„heute wichtig“
Antonia Rados: „Kriegsberichterstattung kann man nicht Facebook überlassen“

Die RTL-Krisenberichterstatterin Antonia Rados macht Platz für die jüngere Journalistengeneration

© NDR / Action Press

25.07.2022, 06:51
2 Min. Lesezeit

Seit 40 Jahren ist Kriegsreporterin Antonia Rados im Geschäft – und findet es jetzt richtig, Platz für die jüngere Generation zu machen. Ein Gespräch über Interviews mit Diktatoren und wie sich Krisen und die Berichterstattung darüber verändert haben.

Vor einem knappen Jahr haben die Taliban Afghanistan übernommen. Die US- und Nato-Truppen waren gerade dabei, sich aus dem Land zurückzuziehen. Dann haben die Taliban die afghanische Armee nahezu überrannt. Besonders die Bilder von fliehenden Menschen, die sich an rettende Flugzeuge geklammert haben, haben sich bei vielen ins Gedächtnis eingebrannt. Antonia Rados hat Krisen wie diese über 40 Jahre begleitet. Die RTL-Auslandskorrespondentin und langjährige Kriegsreporterin war immer in Ländern wie Afghanistan, Somalia oder Iran unterwegs und sagt in der 324. Folge von „heute wichtig“: „Für die Opfer ist es dasselbe, ob man in Afghanistan oder der Ukraine ist“.

Antonia Rados: „Kriegsberichterstattung nicht Facebook überlassen“ 

Heute ist die Berichterstattung über Kriege aber anders als damals. Besonders auf sozialen Medien wird man mit Informationen geradezu überflutet, sagt Antonia Rados: „Wir erfahren sehr viel, sehr schnell, ohne Zusammenhang, das war natürlich vor 40 Jahren nicht so.“ Der Vorteil: Man bekommt Informationen aus erster Hand. Doch das Problem ist die Unsicherheit: Sind diese Informationen auch verlässlich? Rados hat diese verlässlichen Informationen über Jahrzehnte geliefert und findet, man dürfe insbesondere die Kriegsberichterstattung nicht Algorithmen von Monopolen wie Facebook überlassen:…