Ungarns Regierungschef
Orban sieht sich im Kampf gegen den Westen und meint: „Mit Trump und Merkel wäre dieser Krieg nie passiert“

Viktor Orban, Regierungschef Ungarns, fordert eine neue Strategie des Westens im Ukraine-Krieg

© Beata Zawrzel / Imago Images

24.07.2022, 14:28
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Dass der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban nicht gerade eng mit der EU verbunden ist und auch gerne dem Kreml zugewandt ist, ist kein Geheimnis. Nun äußerte der Politiker harsche Kritik an USA und EU – und fordert ein Umdenken im Ukraine-Krieg.

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban sieht sich im Kampf mit dem Westen, der – so der Regierungschef – seinem Land eine falsche Sanktionspolitik und fremde Werte aufzwingen wolle. „Die Kraft, die Leistung, das Ansehen und die Handlungsfähigkeit der westlichen Zivilisation sind im Schwinden begriffen“, erklärte der rechtsnationale Fidesz-Politiker am Samstag vor Tausenden Anhängern im rumänischen Kurort Baile Tusnad.

Die vom Westen gegen Moskau verhängten Sanktionen würden „die Situation nicht ändern“ und „die Ukrainer werden nicht als Sieger hervorgehen“, betonte Orban. „Je mehr schwere Waffen der Westen schickt, desto mehr zieht sich der Krieg in die Länge.“

Harsche Worte in Richtung Brüssel

Mit Blick auf die Russland-Sanktionen hatte Orban vergangene Woche gesagt, die Europäische Union habe sich nicht nur ins Knie, „sondern in die Lunge“ geschossen. Der ungarische Regierungschef kritisiert vor allem das Ölembargo gegen Russland. Dieses hatte die EU im Juni nach wochenlangem Widerstand Ungarns beschlossen, auf Drängen Orbans wurde dabei eine Ausnahme für per Pipeline geliefertes Öl gemacht.

„Brüssel“ werde von einer „Heerschar“ des US-Investors und Demokratieförderers George Soros gelenkt, warf Orban der EU zudem vor. Der aus Ungarn stammende…