Biografie
Lord Cornwallis – warum der Mann, der die USA verlor, trotzdem gefeiert wurde

Cornwallis kapituliert in Yorktown. Historisch wenig akkurates Gemälde von John Trumbull,

© Commons

24.07.2022, 20:17
3 Min. Lesezeit

Lord Cornwallis kam durch Geburt zu seinen Ämtern. Der Unabhängigkeitskrieg der USA ging durch seine wenig energische Führung verloren. Seinem Ansehen tat das keinen Abbruch.

Mitten im Krieg gegen Napoleon verlor Britannien drei seiner größten Helden. Innerhalb von wenigen Wochen fiel Nelson bei Trafalgar, Premierminister William Pitt wurde von allzu viel Arbeit dahingerafft – vor den beiden verschied schon Charles, erster Marquis von Cornwallis.

Dieses Trio stellt Richard Middleton in seiner Biografie von Cornwallis zusammen. Nicht nur der kontinentale Leser stutzt bei diesem Triumvirat. Was macht Cornwallis in dieser Runde, dessen größte Tat es war, den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg krachend zu verlieren? Zu Lebzeiten war Cornwallis allerdings hochgeachtet, selbst die Kapitulation seiner Streitkräfte in Yorktown galt als verzeihlich. Doch heute verblassen seine Verdienste in Indien, die Reihe seiner Fehleinschätzungen in amerikanischen Krieg dagegen nicht.

Mittelalter

Fotostrecke der Schwarze Prinz 10 Bilder – der Ritter mit dem schwarzen Herzen

10
Bilder

12.11.2021

Zu bieder für die Schlachten 

Ein energischerer Soldat, als es Cornwallis war, hätte den Aufstand schnell niedergeworfen. Am 2. Januar 1777 konnte Cornwallis die Armee von George Washington bei Trenton festnageln. Einer seiner Offiziere drängte auf einen sofortigen Nachtangriff, der hätte die Amerikaner und die Revolution erledigt. Doch ein Kampf im Dunklen dünkte Cornwallis zu riskant. „Wir haben den alten Fuchs jetzt im Sack. Lass uns rübergehen und ihn morgen früh einpacken“, sprach er…