Umgedrehter Buchstabe
Stiller Widerstand gegen die Nazis: Jan Liwacz musste den Schriftzug „Arbeit macht frei“ schmieden und versteckte darin eine Botschaft

Das Eingangstor zum KZ Auschwitz

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24.07.2022, 20:54
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Über dem Eingangstor zum KZ Auschwitz prangt der berühmte Satz „Arbeit macht frei“. Ein Häftling musste ihn schmieden – und nutzte die Gelegenheit, um ein kleines Zeichen gegen die Brutalität der Nazis zu setzen.

Das Tor zum Konzentrationslager Auschwitz steht nicht nur für eines der größten Verbrechen in der Menschheitsgeschichte, es zeigt auch die zynische Weltsicht. “Arbeit macht frei” steht dort in schweren Eisenlettern, eingefasst in einen schmiedeisernen Bogen. In dem Lager starben zwischen 1940 und 1945 1,1 Millionen bis 1,5 Millionen Menschen, die allermeisten davon Juden. Der Satz „Arbeit macht frei“ ist zum Symbol dafür geworden.

Doch wer genau hinschaut, entdeckt eine Unregelmäßigkeit. Der Buchstabe B im Wort „Arbeit“ sieht anders aus als gewohnt, er steht auf dem Kopf: die kleine Wölbung oben, die große unten. Was nach einem kleinen handwerklichen Fehler aussieht, war in Wirklichkeit ein Akt des Widerstands durch einen Lagerhäftling, der auch heute noch für alle Besucher des ehemaligen Konzentrationslagers zu erkennen ist.

„Arbeit macht frei“: Ein Symbol des Widerstands 

Jan Liwacz war der Mann, der den berüchtigten Schriftzug anfertigte und der auch für das umgedrehte B verantwortlich. Liwacz wurde 1898 in der polnischen Kleinstadt Dukla geboren. 1939 wurde er von den Nazis verhaftet und in verschiedenen Gefängnissen festgehalten, bis er 1940 zu den ersten Häftlingen gehörte, die ins damals neu entstandenen KZ Auschwitz deportiert wurden.

Von Beruf war Liwacz Kunstschlosser – und als solcher musste er für die SS-Wachleute im…