Waffen für die Ukraine
Polen erhebt schwere Vorwürfe wegen Ringtausch – Baerbock räumt Probleme ein

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) räumt Probleme beim Ringtausch von Waffen zugunsten der Ukraine ein

© John MacDougall / AFP

23.07.2022, 18:27
3 Min. Lesezeit

Die Bundesregierung will per Ringtausch Ländern Waffen liefern, die aus ihren Beständen die Ukraine unterstützen. Nun wirft Polen Deutschland Täuschung vor. Außenministerin Baerbock antwortet.

Polen gibt sich mit der von Deutschland angebotenen Kompensation für die Lieferung von mehr als 200 Panzern sowjetischer Bauart in die Ukraine bei weitem nicht zufrieden. Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak sagte in einem am Samstag veröffentlichten Interview, dass die Bundesregierung 20 Kampfpanzer vom Typ Leopard 2A4 liefern wolle, die erst in 12 Monaten einsatzfähig wären. Polen erwarte aber mindestens 44 Panzer, um ein Panzerbataillon ausstatten zu können.

„Sicherlich gibt es Geschenke, die man nur mit großer Vorsicht annehmen sollte“, sagte der Minister dem Nachrichtenportal „wPolityce.pl“. „Ihr geringer Wert dient später als nützlicher Vorhang, um die viel brutalere Realität zu verschleiern.“ Zuvor hatte Vizeaußenminister Szymon Szynkowski vel Sek im „Spiegel“ von einem „Täuschungsmanöver“ Deutschlands gesprochen.

Bundesregierung zu Gesprächen mit Polen bereit

Ein Sprecher der Bundesregierung erklärte am Samstag dazu auf DPA-Anfrage, man habe die Äußerungen zur Kenntnis genommen. „Die Bundesregierung ist weiterhin bereit, auch mit Polen einen Ringtausch zu organisieren.“ In Berlin hieß es aber auch, man sei verwundert über die scharfen politischen Töne aus Polen. Auf Fachebene seien die Gespräche immer konstruktiv gewesen.

Kampf gegen Russland
Artillerie und Panzer: Mit diesen Waffen unterstützen andere…