Das Gericht verurteilte die vier Angeklagten wegen der Ermordung des Anwalts Willie Kimani, dessen Fahrer sowie eines Mandanten von Kimani. Die Staatsanwaltschaft habe die Schuld der vier Angeklagten zweifelsfrei bewiesen, sagte Richterin Jessie Lessit in Nairobi. Das Strafmaß soll am 3. September verkündet werden. Den Verurteilten droht die Todesstrafe. Einen weiteren angeklagten Polizisten sprach das Gericht aufgrund mangelnder Beweise frei. Alle fünf Angeklagten hatten auf nicht schuldig plädiert.

Die Leichen von Anwalt Willie Kimani, seines Mandanten und eines Taxifahrers waren 2016 nahe der kenianischen Hauptstadt Nairobi in Säcken eingewickelt in einem Fluss gefunden worden. Sie wiesen Spuren brutaler Gewalt auf. Die Männer waren eine Woche zuvor verschwunden, nachdem sie an einer gerichtlichen Anhörung teilgenommen hatten.

Kimani arbeitete für die Menschenrechtsorganisation International Justice Mission. Vor seinem Tod hatte er einen Motorradtaxifahrer verteidigt, der dem Polizisten Fredrick L. vorgeworfen hatte, bei einer Verkehrskontrolle im Jahr 2015 ohne Grund auf ihn geschossen zu haben. L. war einer der Polizisten, die am Freitag für schuldig befunden wurden. Kimani und sein Mandant hatten zuvor Morddrohungen erhalten.

Empörung über grausame Gewalttaten

Der Mord an den drei Männern hatte in Kenia große Wut ausgelöst. Der dortigen Polizei wird der Einsatz von Killerkommandos vorgeworfen, die unter anderem Anwälte und Aktivisten ins Visier nehmen, die polizeiliches Fehlverhalten anprangern.

Die Organisation International Justice Mission begrüßte das Urteil: „Diese bahnbrechende Entscheidung wird eine deutliche Botschaft an skrupellose Polizeibeamte senden, die ihre Befugnisse missbrauchen: Sie werden per Gesetz zur Rechenschaft gezogen“, erklärte ihr Direktor Benson Shamala.

kle/cw (dpa, afp, ape, rtre)