Norwegens Öl- und Gasarbeiter haben inmitten der Sorgen um die Gasversorgung Europas die Arbeit niedergelegt. „Der Streik hat begonnen“, sagte Audun Ingvartsen, Vorsitzender der Gewerkschaft Lederne, am Montagabend. Die Öl- und Gasproduktion werde infolge der Arbeitsniederlegung am Dienstag gedrosselt, teilte der norwegische Energiekonzern Equinor mit.

Zunächst soll ein Feld davon betroffen sein, doch könnte der Streik auf drei weitere ausgedehnt werden. Was wohl ab Mittwoch passieren könnte. Dies bedeutet unter anderem, dass etwa 13 Prozent der norwegischen Gasexporte gestoppt werden, sagte Elisabeth Brattebø Fenne von dem Industrieverbund Norwegian Oil and Gas Association (NOG) dem Sender NRK.

Die Entscheidung, weniger zu fördern, liegt letztlich in den Händen von Plattformbetreiber Equinor. Der Konzern war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Die norwegische Regierung hatte erklärt, sie verfolge den Konflikt „genau“ und könne den Streik beenden wenn „außergewöhnliche Umstände“ vorliegen.

Die Mitglieder der Gewerkschaft Lederne, die rund 15 Prozent der Offshore-Erdölarbeiter des Landes vertreten, hatten am Donnerstag einen von Unternehmen und Gewerkschaftsführern ausgehandelten Tarifvertrag abgelehnt. Seitdem haben Gespräche zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft stattgefunden, sagte ein NOG-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters, eine Lösung sei aber nicht in Sicht. Die anderen norwegischen Öl- und Gasarbeitergewerkschaften haben den Tarifvertrag akzeptiert und wollen nicht streiken.

Streik mit Auswirkungen für EU

Für die EU-Staaten kommt das zur Unzeit, sind sie doch wegen ausbleibender russischer Lieferungen auf mehr Gas aus Norwegen angewiesen. Beide Seiten wollten die Zusammenarbeit intensivieren, um kurz- und langfristig zusätzliche Gaslieferungen aus Norwegen zu gewährleisten.

Russland hat etwa die Lieferungen unter anderem an Polen und die Niederlande eingestellt, weil sie die von Russland eingeführten neuen Bezahlmodalitäten…