Als die Spielerinnen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf dem Londoner Flughafen Luton aus dem Flieger stiegen, konnte es eine von ihnen kaum fassen: Mit 31 Jahren und nach 114 Länderspielen für die DFB-Elf ist Kapitänin Alexandra Popp im dritten Anlauf zum ersten Mal in das Abenteuer Europameisterschaft gestartet.

Die EM 2013 und 2017 hatte die Spielerin des VfL Wolfsburg jeweils verletzungsbedingt verpasst. Und auch dieses Mal schien es wieder so zu laufen, doch die erfahrenste Spielerin im DFB-Kader kämpfte sich entschlossen zurück – trotz mehrerer Rückschläge. „Ich will die EM spielen. Ich habe noch keine verdammte EM gespielt“, stellte sie in der ARD-Doku „Das Comeback der Kapitänin“ noch einmal klar.

WM- und EM-Titel fehlen noch

Olympiasiegerin von Rio 2016, dazu zwei Champions-League-Titel mit dem VfL Wolfsburg, sieben deutsche Meistertitel und elf DFB-Pokalsiege: Alexandra Popp hat in ihrer Fußball-Karriere so ziemlich alles gewonnen, was man gewinnen kann. Auch Europameisterin ist sie geworden – allerdings mit dem DFB-U17-Nachwuchsteam 2008.

Weltmeisterschaften hat sie mit der Frauen-Nationalmannschaft gespielt, eine Europameisterschaft aber noch nicht: 2013 lief sie trotz einer Sprunggelenks-Verletzung im Champions-League-Finale für Wolfsburg auf. Damit feierte sie gleich in ihrem erstem VfL-Jahr zwar das Triple aus Champions League, Meisterschaft und DFB-Pokal, musste dafür aber verletzt bei der EM passen. Im Rückblick würde sie es trotzdem wieder so machen, sagt sie heute.

Ein Jahr vor der EM in England zieht sich Popp ihre schwerste Verletzung zu

2017 verletzte sie sich am linken Knie – wieder vor der EM. Und im April 2021 zog sie sich ihre bisher schwerste Verletzung zu: Knorpelabriss an der rechten Kniescheibe. Eine langwierige und schmerzhafte Angelegenheit, die für viele Sportler das Karriere-Aus bedeuten kann.

Tränenreiches Comeback

Doch die wuchtige Offensivkünstlerin beschloss, ihre letzte Chance auf eine EM zu nutzen und…