Ukraine-Krieg
Lyssytschansk ist gefallen, Luhansk in den Händen der Russen – und nun?

Eine Straße außerhalb von Lyssytschansk. Der Donbass ist mehr als zur Hälfte in den Händen Russlands.

© Aris Messinis / AFP

04.07.2022, 15:03
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Die Region Luhansk im Osten der Ukraine ist nun unter Kontrolle Russlands. Werden die dortigen Separatisten nun ihre Unabhängigkeit erklären? Für den Kreml ist die Eroberung ein Erfolg, doch der Preis für den Sieg ist hoch.

Lyssytschansk ist gefallen, nun steht die gesamte ostukrainische Region Luhansk unter der Kontrolle von Russland. Wochenlang haben russische Truppen und prorussische Separatisten um die 100.000-Einwohner-Stadt gekämpft, am Ende war es ihnen gelungen, sie einzukesseln. Der Feind sei „vollständig besiegt“ worden, heißt es im Moskauer Verteidigungsministerium. Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine räumte ein, dass sich die Streitkräfte seines Landes aus der Stadt zurückgezogen hätten. Was bedeutet der Fall von Lyssytschansk für den Fortgang des Krieges?

Jetzt ist Luhansk in russischer Hand

Sowohl Lyssytschansk als auch die bereits gefallene Zwillingsstadt Sjewjerodonezk sind militärisch nicht allzu bedeutend, beide Orte aber wichtige Standorte der Chemieindustrie. Entscheidender ist, dass mit ihnen die Verwaltungseinheit Luhansk in russischer Hand ist. Damit könnten die dortigen Separatisten ihre Unabhängigkeit erklären. Ein Ziel, das sie bereits seit dem Krieg 2014 verfolgen. Auch ein Anschluss an Russland wäre vorstellbar. Die Eroberung von Luhansk kommt der Kreml seinem Ziel näher, den gesamten Donbass unter seine Kontrolle zu bekommen.

Möglicherweise wurde der Sieg Russlands teuer erkauft. Laut der britischen BBC gehen den Kreml-Truppen mittlerweile Soldaten und Material aus. So würden die Streitkräfte in der Region zu einem…