Manchmal sprechen Filmtitel aus den 1950er-Jahren Bände: „Zwischen Liebe und Laster“, „Fünf Mädchen und ein Mann“, „Die Schönen der Nacht“, „Untreue“ und „Gefährliche Schönheit“, schließlich: „Die Schönste Frau der Welt“ und „Wenn das Blut kocht“. 

Die nächste Dekade war aber auch nicht weniger beredet: „Geh nackt in die Welt“, „Fremde Bettgesellen“, „Ergötzliche Nächte“, „Nur eine Nacht, Chéri“ und „Ein heißer November“. 

Gerade in Deutschland stand die „Lollo“ für Erotik

Zugegeben, einige dieser deutschen Filmtitel klingen im Original etwas anders, harmloser. Aus „Alina“ wurde „Zwischen Liebe und Laster“, aus „A Tale of Five Cities“ machten die deutschen Verleiher „Fünf Mädchen und ein Mann“ und aus „La Provinciale“ „Gefährliche Schönheit“. Das sagt auch viel über den prüden deutschen Filmbetrieb der 1950er und 1960er Jahre aus. Einige Filme, in denen es um Liebe und Begehren ging, wurden in Deutschland durch die Titelwahl zusätzlich in eine bestimmte Erwartungshaltung gelenkt.

Jung, schön und temperamentvoll: die „Lollo“ in „Liebe, Brot und Eifersucht“ 1954

Andererseits: Gina Lollobrigida, die am 4. Juli 95 Jahre alt wird und in den erwähnten Filmen mitgespielt hat, galt zu ihrer Zeit als eines der größten Sexsymbole auf der Leinwand – anzügliche Titel hin oder her. Die USA hatten Jayne Mansfield und Marilyn Monroe, Europa antwortete mit Gina Lollobrigida und später mit Sophia Loren und Brigitte Bardot.

Lollobrigida stand schon früh vor den Kameras

Mit der Loren focht die „Lollo“, wie sie damals gern genannt wurde, einen unsichtbaren Kampf um den imaginären Thron des erotischsten weiblichen Filmstars des europäischen Kinos aus. Die 1927 östlich von Rom geborene spätere Schauspielerin nahm schon als Dreijährige an einem Schönheitswettbewerb (für Kinder) teil. Es folgten weitere; Gina Lollobrigida trumpfte erstmal dank ihres guten Aussehens vor den Fotokameras auf.

Beliebt besonders in Deutschland: Allein sechs Bambis erhielt die…