Vom „vielleicht bedeutendsten Abkommen, das eine europäische Nation mit Nigeria im Rahmen der Kulturdiplomatie je unterzeichnet hat“ spricht der nigerianische Botschafters in Deutschland, Yusuf Tuggar. Seit Freitag ist das Abkommen unterschrieben, das die Rückführung der Benin-Bronzen in ihre Heimat besiegelt. „Es ist ein sehr bedeutendes Ereignis, ein Meilenstein, und wir hoffen, dass dies nicht nur zur Rückgabe der Benin-Bronzen führt, sondern auch weitere gestohlene Kulturgüter aus anderen Ländern zurückgegeben werden“, sagte Tuggar der DW.

Allein deutsche Museen besitzen rund 1130 dieser Artefakte: Sie befinden sich im Linden-Museum in Stuttgart, im Berliner Humboldt-Forum, im Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum, im Hamburger Museum für Weltkulturen und in den Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen.

Fon Sikam Happi V., das Oberhaupt des Bana-Volkes in Kamerun, hebt im DW-Gespräch die essenzielle Bedeutung der Entscheidung hervor, die Benin-Bronzen ihren rechtmäßigen Eigentümern zurückzugeben. „Das ist eine sehr gute Sache. So kann Afrika seine Vergangenheit aufarbeiten und die Objekte zurückfordern, die Afrika nie verlassen hätten, wenn die Kolonisatoren sie nicht entwendet hätten.“

Die wertvollen Artefakte wurden von den Briten aus dem ehemaligen Königreich Benin gestohlen, als sie 1897 Benin City plünderten. Der Königspalast wurde dem Erdboden gleichgemacht und Benin City, das heute auf dem Gebiet des südnigerianischen Bundesstaat Edo liegt, fast völlig zerstört.

Für viele Bewohner Edos hätte die Kunde von der Rückkehr der Kunstwerke zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können. „Wir sind wirklich sehr glücklich darüber“, sagt Friday Osaro. „Unser Erbe und unser Vermögen, das vor langer Zeit gestohlen wurde, wird dem rechtmäßigen Eigentümer, dem Königreich Benin, zurückgegeben.“

Lancelot Imansuen, der sich aktiv für die Restitution von Kunstwerken einsetzt, glaubt, dass diese Entscheidung auch Künstler inspirieren…