Fußball
Der Chip im Ball kommt: Fifa nutzt halbautomatische Abseitstechnologie bei WM in Katar

Im Champions-League-Finale erzielt Karim Benzema von Real Madrid (weißes Trikot) ein Tor gegen den FC Liverpool, das wegen Abseits nicht anerkannt wurde

© Peter Byrne / DPA

01.07.2022, 15:54
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In Katar bekommen die Schiedsrichter erstmals bei einer Weltmeisterschaft bei Abseitsentscheidungen Hilfe durch ein halbautomatisches System. Werden bald Roboter alle Entscheidungen treffen? Der Fifa-Schiedsrichterchef meint: nein.

Mit halbautomatischer Abseitstechnologie will die Fifa bei der WM die Entscheidungen der Videoschiedsrichter schneller und zuverlässiger machen. Wie der Fußball-Weltverband am Freitag mitteilte, wird das System bei den 64 Turnier-Partien in Katar zum Einsatz kommen. „Wir sind bereit, es zu nutzen. Wir sind zufrieden mit den Testergebnissen, wir setzen unsere Arbeit fort“, sagte Fifa-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina in einem digitalen Mediengespräch zu der neuen Technologie. „Wir wollen akkurate Entscheidungen“, fügte der Italiener an.

Die neue Messtechnik bei Abseitsentscheidungen war zuletzt beim Arab Cup und der Klub-WM im Februar getestet worden. Über ein 500-Hertz-Signal im Ball und ein Dutzend Kameras, die über Datenpunkte die Bewegungen der Spieler festhalten, wird noch genauer als bislang die Position von möglicherweise im Abseits postierten Akteuren erfasst. Die Daten werden von einem Video-Assistenten geprüft und an den Referee auf dem Feld sofort weitergeleitet.

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Exaktere Messung soll auch Zeitgewinn bringen

Laut Collina erhoffe man sich neben der exakteren Messung auch einen Zeitgewinn. Bislang würden Abseitsüberprüfungen rund 70 Sekunden…