Pandemie
Sachverständige ziehen Bilanz zu Corona-Schutzmaßnahmen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bei einer Pressekonferenz in Berlin. Foto: Jörg Carstensen/dpa

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Masken ja – aber nur wenn sie gut sitzen. Das ist eine der zentralen Aussagen des Sachverständigenausschusses, der die Corona-Maßnahmen in Deutschland bewerten sollte. Nun ist die Politik am Zug.

Die Expertenkommission zur Bewertung der bisherigen Corona-Schutzmaßnahmen in Deutschland hat eine gemischte Bilanz gezogen.

Die gegenwärtigen und zukünftigen Maßnahmen müssten sich auf den «Übergang zur Endemie» mit dem Schutz der «vulnerablen Gruppen» konzentrieren, geht aus dem Bericht des Sachverständigenausschusses hervor, der am Freitag in Berlin vorgelegt wurde. Es müsste also bei einem fortwährenden Auftreten von Corona vor allem Menschen geschützt werden, die am stärksten von Krankheit bedroht sind. Zudem müssten die Maßnahmen auf eine Vermeidung einer Überlastung des Gesundheitswesens abzielen.

Die einzelnen Maßnahmen werden in dem Evaluationsbericht unterschiedlich bewertet. So stellen die Expertinnen und Experten zur Wirksamkeit von Lockdowns fest: «Wenn erst wenige Menschen infiziert sind, wirken Lockdown-Maßnahmen deutlich stärker.» Je länger ein Lockdown dauere und je weniger Menschen bereit seien, die Maßnahme mitzutragen, desto geringer sei der Effekt. Ähnlich wie bei den Lockdown-Maßnahmen sei auch die Kontaktnachverfolgung vor allem in der Frühphase der Pandemie wirksam gewesen.

In aktueller Situation Beurteilung schwierig

Einen hohen Effekt messen die Expertinnen und Experten Zugangsbeschränkungen auf Geimpfte, Genesene und/oder Getestete bei, sogenannten 2G/3G-Maßnahmen – aber vor allem in den ersten Wochen nach der Boosterimpfung oder der Genesung. Der Schutz vor einer Infektion lasse mit der…