Gesundheit
Bundesländer wollen medikamentöse Abtreibung nach Online-Beratung rechtssicher machen

Eine Demonstration für das Recht auf Abtreibung vor dem Brandenburger Tor. Foto: picture alliance / dpa

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01.07.2022, 13:28
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Immer mehr Menschen nehmen ärztliche Online-Beratungen in Anspruch. Auch Frauen, die eine Abtreibung selbst per Medikament vornehmen möchten – bisher eine rechtliche Grauzone. Die Länder wollen nun mit dem Bund eine Rechtsgrundlage dafür schaffen.

Schwangere Frauen können womöglich künftig in ganz Deutschland nach einer ärztlichen Online-Beratung selbst mit einem Medikament abtreiben. Die Länder wollen nun gemeinsam mit dem Bund eine rechtssichere Grundlage für diese Möglichkeit erarbeiten, die teilweise schon praktiziert werde.

Das haben die Minister für Gleichstellung und Frauen bei ihrer Konferenz in Hamburg beschlossen, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Es gibt bereits Angebote von Ärzten, etwa in Berlin, bei denen Frauen nach der Online-Sprechstunde Medikamente zum Schwangerschaftsabbruch zugeschickt bekommen – egal, wo sie in Deutschland wohnen. Der Antrag für die Initiative ging von Baden-Württemberg aus.

Abtreibung nach Online-Beratungen finde bereits statt

Die zuständige Staatssekretärin Ute Leidig (Grüne) erklärte, man müsse sich der Realität stellen. „Es finden derzeit schon telemedizinisch begleitete Schwangerschaftsabbrüche statt. Viele rechtliche Regelungen stammen aber aus einer Zeit, als es diese Möglichkeit eines medikamentösen Abbruchs noch nicht gab.“ Das müsse nun angepasst werden. „Wir dürfen die Frauen nicht alleine lassen – und schon gar nicht dürfen wir sie in der Rechtsunsicherheit belassen.“ Leidig sagte aber auch, man müsse abwarten, was das Ergebnis des Diskussionsprozesses sein werde.