Die documenta fifteen steht in keinem guten Licht da, seit zu Jahresbeginn eine Antisemitismusdebatte um die Weltkunstschau ausbrach. Als dann zum Ausstellungsstart Mitte Juni tatsächlich antisemitische Motive in einem Kunstwerk des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi auftauchten, kam es zum Eklat. Nun sollte endlich die öffentliche Aufarbeitung beginnen, daher lud die Trägergemeinschaft documenta gGmbH und die Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank am Mittwoch (29.06.2022) in Kassel zur Podiumsdiskussion ein: der Titel: „Antisemitismus in der Kunst“.

ruangrupa nicht auf dem Podium

Ein Mitglied des indonesischen Kuratorenkollektivs ruangrupa, dem im Vorfeld Antisemitismus vorgeworfen wurde, saß nicht in der Runde, ebenso wenig die documenta-Direktorin Sabine Schormann. Doch meldete sich gleich zu Beginn aus dem Publikum das ruangrupa-Mitglied Ade Darmawan zu Wort. „Wir sind hier, um zu lernen und um zuzuhören“, sagte er. Überhaupt sollte der Abend im „Zeichen des Dialogs“ stehen, wie die hessische Kulturministerin Angela Dorn vorwegschickte.

Taring Padi Ausstellung bei der documenta fifteen

Eine wirkliche Diskussion zwischen den Podiumsgästen kam allerdings nicht zustande. Auch aus dem Publikum gab es keinerlei Beiträge oder Nachfragen. So antworteten die Teilnehmenden im Wesentlichen auf die Fragen von Moderator Stefan Koldehoff. Neben Initiator Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, nahmen auch Hortensia Völckers, die künstlerische Direktorin und Vorstandsmitglied der Kulturstiftung des Bundes, Doron Kiesel, wissenschaftlicher Direktor der Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland, Nikita Dhawan, Professorin für politische Theorie und Ideengeschichte an der TU Dresden, und Adam Szymczyk, der künstlerische Leiter der documenta 14 in Athen und Kassel (2017), an dem Gespräch teil.

Es diskutierten (von links nach rechts): Nikita Dhawan, Adam Szymczyk, Doron Kiesel, Hortensia Völckers, Meron Mendel und…