Alte Hochkultur
Forscher rekonstruieren, warum die Maya Menschen opferten – und wie die grausamen Rituale abliefen

Die Maya-Kultur erreichte zwischen 600 und 900 nach Christus ihren Höhepunkt

© B. Trapp / Picture Alliance

28.06.2022, 12:18
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Die Maya sind bekannt für ihre brutalen Menschenopfer. Dank neuen archäologischen Erkenntnissen wird immer klarer, welchen mythischen Überlieferungen sie damit folgten.

Die Maya waren eine Hochkultur, die eindrucksvolle Bauten errichtete und gigantische Städte baute – doch das indigene Volk aus Mittelamerika pflegte auch brutale Bräuche. So waren Menschenopfer an der Tagesordnung. Während der Blütezeit der Maya-Kultur, in der sogenannten „klassischen Zeit“ zwischen 400 und 900 nach Christus, wurden regelmäßig Menschen getötet, um die Götter zu besänftigen.

Lange war in der Forschung unklar, wie diese Rituale aussahen und welche Hintergründe sie genau hatten. Doch neuere Erkenntnisse tragen zu einem klareren Bild von dem bei, was sich im Maya-Reich zugetragen hat. So konnten die Archäolog:innen Holley Moyes aus den USA und Jaime J Awe aus Belize anhand von Funden in der Höhle Actun Tunichil Muknal rekonstruieren, was sich damals abgespielt hat.

Maya spielten offenbar mythische Erzählungen nach

Die Höhle liegt im heutigen Belize, das vor Jahrtausenden zum Maya-Reich gehörte. Sie wurde 1989 entdeckt und ist mehr als fünf Kilometer lang. Darin wurden bisher 21 menschliche Skelette entdeckt, darunter auch einige von Kindern, die unter fünf Jahre alt waren. Offenbar wurden diese Menschen dort aber nicht bestattet, sondern den Göttern als menschliche Opfergaben dargebracht.

Aus der räumlichen Anordnung der Skelette sowie weiterer Artefakte, die in der Höhle gefunden worden, schlossen die Forscher:innen auf die Rituale jener Zeit. Sie konnten…