Zwei Jahre lang musste Tsitsi Dangarembga immer wieder vor Gericht in Simbabwes Hauptstadt Harare erscheinen. Zwei Jahre lang wohnte sie einem nervenaufreibenden Prozess bei. Zwei Jahre lang ertrug sie wirre Zeugenaussagen mit gefälschten Beweisstücken. Heute hätte über ihren möglichen Freispruch entschieden werden sollen, doch die Autorin und Filmemacherin konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht vor Gericht erscheinen. Der Prozess wurde vertagt und ein Haftbefehl gegen Dangarembga erlassen. Bereits vergangene Woche hatte ihr Anwalt Christopher Mhike das Gericht über den Krankheitsfall informiert. Die Richterin entschied, der Haftbefehl könne aufgehoben werden, sobald Dangarembga nach ihrer Rückkehr in ihre Heimat ein gültiges medizinisches Attest vorlege. Als neuen Termin für die mögliche Entlastung  Dangarembgas legte sie den 4. August fest.

Für die international renommierte Trägerin des Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und Frau eines Deutschen wäre es ein Leichtes, sich dem Prozess gänzlich zu entziehen und nicht immer wieder für Anhörungen nach Simbabwe zu reisen. Doch Tsitsi Dangarembga ist niemand, der sich vor Problemen drückt. Vielmehr legt sie den Finger genau in die Wunde. Und eben dafür wurden sie und ihre Freundin, die Journalistin Julie Barnes, verhaftet. Am 31. Juli 2020 hatten sich die beiden Frauen Antikorruptionsdemonstrationen gegen die Regierung von Präsident Emmerson Mnangagwa angeschlossen. Im Vorfeld war die Bevölkerung angewiesen worden, zu Hause zu bleiben, Hunderte von Polizisten und Soldaten waren im Einsatz, um die Maßnahmen durchzusetzen. Dangarembga und Barnes trugen Plakate bei sich, die Reformen, die Befreiung inhaftierter Journalisten sowie „ein besseres Simbabwe für alle“ forderten. 

Dangarembga kämpft seit Jahren in ihrem Heimatland gegen Korruption und für Reformen

Ein zermürbender Prozess vor dem Antikorruptionsgericht

Für ihren friedlichen Protest wurden die Frauen umgehend verhaftet….