Gipfel in Brüssel
Ukraine und Moldau sind nun offiziell EU-Beitrittskandidaten, auch Bosnien-Herzegowina darf hoffen

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (links), Ratspräsident Charles Michel (Mitte) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zeigten sich erfreut über den Kandidatenstatus für die Ukraine

© John Thys / AFP

24.06.2022, 07:09
3 Min. Lesezeit

Die Ukraine und Moldau sind nun offiziell EU-Beitrittskandidaten: Das entschieden die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder am Donnerstag auf ihrem Gipfel. Der Weg nach Brüssel ist trotzdem für beide Länder noch lang.

Die von Russland angegriffene Ukraine und ihr kleinerer Nachbar Moldau sind offiziell EU-Beitrittskandidaten. Das haben Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die anderen 26 Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union am Donnerstag beim EU-Gipfel in Brüssel beschlossen. Bosnien-Herzegowina und Georgien könnten bald folgen, sobald sie bestimmte Reformen erfüllen.

Ratspräsident Charles Michel und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprachen von einem „historischen Moment“. Selenskyj wurde nach der Entscheidung live zum Gipfel zugeschaltet. „Die Zukunft der Ukraine liegt in der EU“, schrieb er auf Twitter.

Macron spricht von „politischer Geste“

Der französische Präsident Emmanuel Macron sprach von einer „politischen Geste“. Kanzler Scholz schrieb auf Twitter: „27 Mal Ja!“ Er ergänzte: „Auf gute Zusammenarbeit in der europäischen Familie!“

Insgesamt kandidieren nun sieben Länder für die EU-Mitgliedschaft. Neben der Ukraine und Moldau sind das Montenegro, Nordmazedonien, Albanien, Serbien und die Türkei. Im Fall Türkei liegen die Verhandlungen allerdings auf Eis. Potenzieller Beitrittskandidat ist neben Bosnien und Georgien auch noch das Kosovo. Den Balkanländern wurde der EU-Beitritt schon vor 19 Jahren in Aussicht…