Tourismus
Tui-Chef Joussen tritt zurück

Fritz Joussen tritt als Chef des Reisekonzerns Tui zurück. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

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Er baute Tui um und war entscheidend beteiligt, den Reisekonzern in der Corona-Krise vor dem Untergang zu retten. Inzwischen erholt sich das Geschäft – und Fritz Joussen geht vorzeitig.

Nach einem Jahrzehnt beim weltgrößten Reiseanbieter Tui tritt Konzernchef Fritz Joussen überraschend zurück. Der Manager werde zum 30. September sein Amt niederlegen, teilte das Unternehmen aus Hannover mit. Nachfolger soll der bisherige Finanzchef Sebastian Ebel werden. Joussens Vertrag wäre eigentlich bis September 2025 gelaufen.

Unter der Führung des Managers wurde Tui tiefgreifend umgebaut. In seine Amtszeit fiel auch die Corona-Krise, in der das Unternehmen ums Überleben kämpfte und mit Staatsmilliarden gestützt wurde. Was der gebürtige Duisburger nach seiner Zeit als Tui-Chef macht, war zunächst unklar.

Von Vodafone zu Tui

Der studierte Elektrotechniker war jahrelang Chef der Deutschlandsparte des Telekommunikationskonzerns Vodafone, stieß 2012 zu Tui und wurde im Jahr darauf Konzernchef. Schon damals stand Tui finanziell mit dem Rücken zur Wand. Als Joussen die Konzernführung übernahm, musste er die Finanzen neuordnen.

Ende 2014 ermöglichte die Fusion mit der bis dahin in London börsennotierten Veranstaltertochter Tui Travel Einsparungen, Investitionen und eine Neuaufstellung des Geschäfts mit einem Fokus auf Hotels und Kreuzfahrten. Zudem trieb der Manager die Digitalisierung voran.

Existenzielle Krise durch Corona

Die Pandemie stürzte schließlich die gesamte Branche in eine tiefe Krise. «Das Überleben der Tui stand für viele infrage», schrieb Joussen in einem Brief an seine Mitarbeiter. Die Bundesregierung stützte 2020…