Antike Gleichberechtigung
Liebe in Rom – dieser Mann setzte seiner Löwin ein Denkmal für die Ewigkeit

So stellte sich Prospero Piatti um 1910 das Leben einer Römerin vor.

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24.06.2022, 09:24
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41 Jahre dauerte die Ehe zwischen Turia und ihrem Mann. Für ihn nahm sie jede Gefahr und jedes Opfer auf sich. Auf ihrem Grabstein beschwört der Witwer die Liebe zwischen dem Paar.

Turia lebte zur Zeit von Julius Caesar und Augustus. Sie war jünger als ihr Mann und ließ ihn doch als Überlebenden zurück. Der Gatte errichtete ihr ein kostbares Grabmal, darauf eingemeißelt findet sich eine Lobrede an Turia. Sein Andenken an eine Löwin. Eine selbstbewusste Frau, die in unruhigen Zeiten keine Auseinandersetzung scheute und die für ihren Mann zu jedem Opfer bereit gewesen war. So lang dauernde Ehen, die durch den Tod beendet, und nicht durch Scheidung getrennt worden sind, sind selten, beginnt der Text. „Es ist uns geglückt, dass die Ehe ungefähr einundvierzig Jahre ohne Kränkung geführt wurde.“

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Lobrede an die Tote

Wegen der Streitereien um Erbe und Besitz ist die Laudatio Turiae eine der wichtigsten Quellen für das römische Zivilrecht. Vor allem aber ist sie das Zeichen einer großen Liebe. Typisch für die Römer ist, dass der Grabstein sich mit persönlichen Daten zurückhält, während heutige Grabsteine zunächst wie ein Melderegister beschrieben werden. Die Laudatio war für die Götter und die Ewigkeit bestimmt und für Turia. Der Stein liest sich, als würde der Mann das Loblied direkt der Toten vortragen. Von ihr wissen wir nur den Namen aber nicht einmal den der Familie, der Mann selbst erwähnt sich nicht. Die politischen Unruhen der Zeit erreichten auch Turia, sodass wir sie zeitlich verorten können.