Kriminalität
Viele Angriffe auf Beschäftigte im öffentlichen Dienst

Farbbeutelanschlag auf ein Ordnungsamt (Archivbild). Viele Beschäftigte im öffentlichen Dienst haben am Arbeitsplatz schon verbale oder körperliche Gewalt erlebt. Foto: picture alliance / Sebastian Gollnow/dpa

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Drohungen oder Schubsereien im Jobcenter, Beschimpfungen beim Verteilen von «Knöllchen»: Wer im öffentlichen Dienst arbeitet, muss einiges aushalten. Eine Studie zeigt, dass solche Erfahrungen keine Ausnahme sind.

Ein erheblicher Teil der Beschäftigten im öffentlichen Dienst hat am Arbeitsplatz schon Gewalt, Beleidigungen oder Bedrohungen erlebt. Das zeigen die Ergebnisse von zwei Befragungsreihen des Deutschen Forschungsinstituts für öffentliche Verwaltung im Auftrag des Bundesinnenministeriums.

Befragt wurden dafür Beschäftigte aus Bereichen, in denen es relativ viel Kontakt mit Bürgern gibt, nicht mit einbezogen war die Polizei. Durchschnittlich 23 Prozent der Befragten gaben an, bereits entsprechende Erfahrungen gemacht zu haben. Männer waren demnach etwas häufiger von verbaler oder körpericher Gewalt betroffen als Frauen.

Bei Feuerwehr und Rettungskräften, im Veterinäramt, im Ordnungsamt und im Justizvollzug haben den Angaben zufolge ein Drittel oder mehr Beschäftigte innerhalb eines Jahres Gewalt, Bedrohung oder Beleidigungen erlebt. In den Hochschulen, der Sozial- und Arbeitsverwaltung und der Justiz machten laut Untersuchung unter zehn Prozent der Beschäftigten solche negativen Erfahrungen. 

Nur knappes Drittel der Fälle gemeldet

Lediglich rund 30 Prozent der erlebten gewalttätigen Übergriffe wurden an Vorgesetzte oder andere Stellen gemeldet – «die Dunkelziffer lag also bei 70 Prozent», heißt es in einer Zusammenfassung der Untersuchung. Viele Beschäftigte gaben an, sie hätten den bürokratischen Aufwand…