Dicke, schwarze Linien auf weißem Grund: ein Auge inmitten eines Sterns, das aus der Leinwand herausschaut. Das Bild starrt zurück, es betrachtet den Betrachter. Das Werk ohne Titel stammt vom 2017 verstorbenen senegalesischen Künstler Issa Samb, bekannt als Joe Ouakam, einer der wichtigsten Intellektuellen, Philosophen und Künstler im Senegal.

Es ist eines aus einer Reihe zeitgenössischer Werke von fünf westafrikanischen Künstlerinnen und Künstlern, die als Teil einer „Sammlungs-Preview“ unter dem Titel „Past’s Tomorrow / Today’s Future“ im Rahmen des Global Media Forums 2022 gezeigt wurden. Noch bis zum 20. September 2022 sind sie im Funkhaus der DW in Bonn zu sehen. Die Deutsche Welle hatte seit 2016 ihre Kunstsammlung um zeitgenössische afrikanische Positionen erweitert.

Ausschnitt einer Bildserie ohne Titel des Künstlers Issa Samb alias Joe Ouakam, der eine entscheidende Rolle in der zeitgenössischen afrikanischen Kunst spielte

Die dort gezeigten Künstlerinnen und Künstler agieren heute global: So studierte der Künstler Soly Cissé erst bildende Kunst in seiner Heimatstadt Dakar, dann in Brüssel. Heute lebt er in Dakar und Paris. Auch sein Kollege Serigne Mbaye Camara hat im Senegal und in Frankreich Kunst studiert, inzwischen lehrt er in Dakar. Der Fotokünstler Akinbode Akinbiyi, ebenfalls in der „Preview“ vertreten, wurde in Oxford geboren, wuchs in England und Lagos auf und studierte in Ibadan, Lancaster und Heidelberg.

Akinbode Akinbiyi: Chronist der Pandemie

Bildchronist seiner Zeit

„Sie war ein Moment der radikalen Veränderung“, so Akinbode Akinbiyi über die Corona-Pandemie. Seit Jahrzehnten dokumentiert der britisch-nigerianische Fotograf Szenen des Alltags in Städten auf der ganzen Welt. Er sei daran gewöhnt, in Isolation zu arbeiten, „aber jetzt war es eine Art ‚Super-Isolation'“, resümiert Akinbiyi im Gespräch mit der DW anlässlich des diesjährigen Global Media Forums.

Akinbode Akinbiyi: Chronist der Pandemie