23.06.2022, 06:33
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In Texas gehört der Glaube an eine gefälschte US-Wahl 2020 nun zu den offiziellen Grundsätzen der Republikaner. Es ist das neueste Indiz dafür, dass sich die Partei dem Rechtspopulismus zuwendet – eine kurze Geschichte der „Grand Old Party“.

Die in Texas regierenden Republikaner haben sich ein paar neue Grundsätze gegönnt, die jedem liberal denkenden Amerikaner das Blut in den Adern gefrieren lassen dürften: Homosexualität wird da etwa als „anormale Lifestyle-Wahl“ bezeichnet, Abtreibungen sollen untersagt werden und ganz nebenbei erklärten die Konservativen auf ihrem Parteitag in Houston, dass Joe Biden kein legitimer Präsident der USA sei, weil die Wahl gezinkt gewesen sein soll. Es ist eine Verschwörungserzählung, für die es zwar keine Beweise gibt, aber plötzlich Teil ist von einer Art von Parteiprogramm.

Die Grand Old Party driftet nach rechts

Nun gilt Texas auch vielen Amerikanerinnen und Amerikanern als Sonderling unter den Bundesstaaten, bekannt für erzkonservative Politik und kuriose Regelungen. So dürfen Jungs an manchen Schulen keine langen Haare tragen, ihre Züchtigung dagegen ist teilweise erlaubt. Der querschnittsgelähmte Gouverneur Greg Abbot passt da wie angegossen, er ist ein eisenharter Vertreter der republikanischen Partei. Amokläufe wie zuletzt in Uvalde sind für ihn Anlass, das Recht auf Waffenbesitz auszuweiten, statt zu limitieren. Auch die de-facto-Einschränkung des Wahlrechts (Verbot von „Drive-through“-Wahlen per Auto, weniger Briefwahlmöglichkeiten) hat er mitgetragen. Dass die „Grand Old Party“ (GOP) genannten Republikaner derart abdriften, kommt zumindest in Texas kaum noch überraschend.

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