23.06.2022, 17:57
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Nach dem Schulmassaker von Uvalde diskutieren die USA über ihr Waffenrecht. Wie so oft steht die Forderung „mehr Waffen für mehr Sicherheit“ im Raum. Wie realitätsfern diese Denkweise ist, zeigt nun ein Forschungsprojekt des FBI.

Kaum etwas läuft in den USA so einstudiert ab wie die Debatte über Waffengewalt nach einer tödlichen Schießerei. Ob der rassistische Supermarktangriff in Buffalo Anfang Mai, das Schulmassaker in Uvalde zehn Tage später oder erst am vergangenen Sonntag das Shooting nach einem Konzert in Washington: Der Aufschrei danach ist groß, ändern tut sich letztendlich aber wenig bis nichts.

Denn während die Demokraten seit Jahrzehnten die anschließenden Empörungswellen als Anlass nehmen, um schärfere Waffengesetze zu fordern – Verbot von Sturmgewehren, mehr Background-Checks, Eindämmung des illegalen Waffenhandels – stellen sich die Republikaner mit dem immer gleichen Totschlagargument an die Seite der Waffenbefürworter: Ganz nach dem Motto „Mehr ist mehr“ würden nicht weniger Waffen für weniger Shootings sorgen, sondern mehr Waffen in den richtigen Händen. Oder, wie es Texas Senator Ted Cruz nach dem Uvalde-Massaker formulierte: „Was bewaffnete Bösewichte stoppt, sind bewaffnete gute Jungs.“ 

Dass dieses Argument deutlich zu kurz greift, belegt ein laufendes Forschungsprojekt aus Cruz‘ eigenem Bundesstaat, das in Zusammenarbeit mit dem FBI entstanden ist. Die analysierten Fälle zeigen, wie schwer es ist, aktive Schießereien überhaupt zu stoppen – und wieso der bewaffnete Alltagsheld öfter in Hollywood als in der Realität vorkommt.

FBI-Studie: Hälfte der Schützen begeht Suizid bevor Polizei eingreift

Wie massiv die Waffengewalt in den Vereinigten Staaten zugenommen hat, verdeutlichen die nackten Zahlen: Von 2000 bis 2021 gab es in den USA mindestens 433 aktive…