Ukraine-Krieg
Kampf um Lyssytschansk: 54 Krater nach stundenlangen Angriffen

Ukraine, Lyssytschansk: Ukrainische Truppen untersuchen verlassene Stellungen des russischen Militärs 

© ANATOLII STEPANOV / AFP

23.06.2022, 06:30
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Während die Ukraine auf den Status eines EU-Beitrittskandidaten zusteuert, verschärft Russland die Angriffe im Osten des Landes. Zum Ziel entwickelt sich immer mehr die strategisch wichtige Stadt Lyssytschansk im Gebiet Luhansk. 

Jetzt hat es auch das Polizeirevier getroffen. Die Wache im seit Wochen heftig umkämpften Lyssytschansk ist eine der wenigen öffentlichen Einrichtungen, die in der verwüsteten ostukrainischen Stadt noch funktionieren. Nun klafft ein Loch in der Fassade. 20 Polizisten seien bei dem schweren Angriff am Montagabend verletzt worden, sagt Oberst Oleksandr Kutsepalenko.

Lyssytschansk ist ein strategisch wichtiger Industriestandort in der östlichen Donbass-Region. Gegenüber, auf der anderen Seite des Flusses, liegt Sjewjerodonezk. 54 Krater hat der Oberst nach dem jüngsten russischen Angriff gezählt. Der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, berichtete von „katastrophale Zerstörungen“ durch „sehr schwerem Beschuss“ auch aus der Luft. Auch Wohnhäuser in der Nähe der Polizeiwache seien getroffen worden.

Trotz der Angriffe war die Wache am Dienstag noch geöffnet. Bürger kamen, um Todesfälle zu melden oder brauchten Hilfe bei der Suche nach ihren Angehörigen. Manche kamen auch einfach nur, um die Toilette zu benutzen. Beamte trafen sich im  Polizeirevier zu Sitzungen.

„Trennwände sind eingestürzt und die Türen wurden herausgesprengt“, sagt ein Polizist, der nur seinen Spitznamen Petrowitsch nennt, und zeigt die Schäden. Vor der Wache stehen drei ausgebrannte Polizeiautos. Im März sei die Dienststelle schon einmal getroffen worden, jedoch nicht von so schweren…