Schifffahrt
Wasserstraßen sollen fit für die Zukunft werden

Das Modell des «Jungferngrundes» in der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW). Foto: Uli Deck/dpa

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Eigentlich sollen Straßen und Schienen entlastet werden, indem Waren per Schiff transportiert werden. Doch sind viele Bauwerke an den Flüssen in die Jahre gekommen.

Gut sichtbar lagert sich das rote Granulat im Rhein ab. Oder besser: in dem Modell, das in einer Halle der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) in Karlsruhe nachgebaut wurde.

Es stellt den «Jungferngrund» am Mittelrhein auf der Strecke zwischen Mainz und St. Goar im Maßstab 1:60 in der Länge und 1:50 in der Höhe dar. Hier gibt es Tiefenengpässe, die entschärft werden sollen. Das Modell simuliert den Sedimenttransport über eine detailliert nachgebildete Felssohle.

Klimawandel muss berücksichtigt werden

Die BAW forscht zu verschiedenen Fragen beim Wasserbau, erstellt Gutachten oder berät etwa das Bundesverkehrsministerium. Fragen der Umwelt beschäftigen die Expertinnen und Experten schon seit Jahrzehnten. Zunehmend kämen nun Aspekte im Zusammenhang mit dem Klimawandel hinzu, sagt BAW-Leiter Christoph Heinzelmann.

Prinzipiell gehe es bei dem Thema zum Beispiel darum, wie Schiffe mit neuen Antriebssystemen ausgestattet oder für niedrigere Wasserstände direkt anders konstruiert werden – und nicht zuletzt um die Frage des Bauens.

«Wir müssen klimafreundlicher bauen», sagt Heinzelmann. Schleusen, Wehre und andere Wasserbauwerke seien auf 100 Jahre Lebenszeit ausgelegt. «Das bedeutet viel Beton.» Dessen Herstellung ist mit hohem CO2-Ausstoß verbunden. «Wir müssen ressourcenschonender bauen und Materialien nutzen, die recycelt werden.» Manche Quellen etwa für den Betonbestandteil Flugasche, der zum Beispiel als Abfallprodukt in…