Myanmar
Vom Hausarrest ins Gefängnis: Aung San Suu Kyi in Einzelhaft

Aung San Suu Kyi ist ins Gefängnis gebracht worden. Foto: Uncredited/AP/dpa

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Die Militärjunta in Myanmar tut alles, um Aung San Suu Kyi politisch zum Schweigen zu bringen. An langjährigen Hausarrest ist die berühmte Politikerin schon gewöhnt – jetzt aber ist sie im Gefängnis.

Die Situation für Myanmars entmachtete Ex-Regierungschefin Aung San Suu Kyi wird immer ernster: Die Friedensnobelpreisträgerin ist in ein Gefängnis in der Hauptstadt Naypyidaw gebracht worden, wie Juntasprecher Zaw Min Tun mitteilte.

Die 77-Jährige befindet sich dort den Angaben zufolge in Einzelhaft. Suu Kyi war im Zuge des Militärputsches vom Februar 2021 festgenommen und unter Hausarrest gestellt worden.

Die Bewegung des zivilen Ungehorsams in Myanmar bezeichnete das Verhalten der Junta am Donnerstag auf Twitter als «rachsüchtig und schändlich».

Ein Sprecher der Schattenregierung (Regierung der Nationalen Einheit, NUG) twitterte, man sei sehr besorgt über die Verlegung von Suu Kyi in Einzelhaft. «Aung San Suu Kyi und alle politischen Gefangenen müssen in Myanmar freigelassen werden», hieß es.

Fast ein Dutzend Korruptionsklagen

Die prominente Politikerin muss sich schon seit Monaten wegen zahlreicher angeblicher Vergehen vor Gericht verantworten. Unter anderem sieht sie sich mit fast einem Dutzend Korruptionsklagen konfrontiert. Für jeden Anklagepunkt drohen der Politikerin bis zu 15 Jahre Gefängnis.

Im April war ein erstes Urteil wegen Korruption gefallen: Ein Gericht hatte Suu Kyi zu fünf Jahren Haft verurteilt. Jedoch war lange nicht klar, ob sie wirklich ins Gefängnis muss. Sie selbst hatte den Vorwurf zurückgewiesen, Gold und 600.000 US-Dollar (560.000 Euro) Bestechungsgeld von einem Politiker…