Im Zusammenhang mit dem Tod der argentinischen Fußball-Legende Diego Maradona werden acht Personen vor Gericht gestellt. Der zuständige Richter gab dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Eröffnung einer mündlichen und öffentlichen Hauptverhandlung statt. Der Prozess könnte Ende 2023 oder Anfang 2024 beginnen.

Maradona war im November 2020 im Alter von 60 Jahren gestorben, laut offiziellen Angaben an den Folgen eines Herzinfarktes. Drei Wochen vor seinem Tod hatte er sich wegen eines Blutgerinnsels einer Operation am Gehirn unterzogen, die von seinem Leibarzt Leopoldo Luque durchgeführt wurde. Nur acht Tage danach wurde Maradona aus dem Krankenhaus entlassen, um sich in seinem Haus in Tigres zu erholen. Dort starb der frühere Spitzensportler wenig später.

„Situation der Hilflosigkeit“

Neben Luque gehören die Psychiaterin Agustina Cosachov, der Psychologe Carlos Diaz, die medizinische Koordinatorin Nancy Forlini sowie Krankenschwestern und Pfleger zu den Beschuldigten. Laut Staatsanwaltschaft hatten sie Maradona nicht ausreichend betreut, sondern ihn durch „Unterlassung seinem Schicksal überlassen“, ihn in eine „Situation der Hilflosigkeit“ gebracht.

Leibarzt Leopoldo Luque (l.) mit Diego Armando Maradona nach der Gehirn-OP 2020

Die Angeklagten seien „Protagonisten einer beispiellosen, völlig mangelhaften und rücksichtslosen Krankenhauseinweisung zu Hause“ gewesen, heißt es. Auch seien sie verantwortlich für eine „Reihe von Improvisationen, Managementfehlern und Mängeln“.

Bei einem Schuldspruch drohen den Beschuldigten Haftstrafen zwischen acht und 25 Jahren. Alle weisen die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurück.

wa/mak (sid, afp, dpa)