Bundeswehr
Afghanistan-Ausschuss untersucht Fehler bei Evakuierung

Nach Beendigung der Luftbrücke steigen Soldaten der Bundeswehr auf dem niedersächsischen Stützpunkt Wunstorf aus Flugzeugen. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

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Warum lief die Evakuierung aus Afghanistan im August so überstürzt? Wer schätzte die Lage so falsch ein und warum? Um diese und weitere Fragen zu beleuchten, formiert sich ein Untersuchungsausschuss.

Untersuchungsausschüsse machen viel Arbeit. Deshalb richtet sie der Bundestag immer nur dann ein, wenn etwas gründlich schiefgelaufen ist. Die hektische Evakuierung aus Afghanistan im Sommer 2021 ist so ein Fall.

«Der Deutsche Bundestag hat die Pflicht für eine transparente Aufklärung zu sorgen», sagte der designierte Ausschussvorsitzende Ralf Stegner (SPD) bei einer ersten Plenardebatte am Donnerstag.

Das zwölfköpfige Gremium, das voraussichtlich am 7. Juli seine Arbeit aufnimmt, soll klären, was die Bundesregierung, die Bundeswehr, die Nachrichtendienste und die Bundespolizei vor, während und kurz nach dem Abzug der letzten deutschen Soldaten und Diplomaten aus Afghanistan entschieden und getan haben – un auch, wer damals für einzelne Entscheidungen die Verantwortung trug.

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) befürwortet die Untersuchung. Deutschland habe in den vergangenen zwei Jahrzehnten große Verantwortung in Afghanistan getragen. Deswegen sei es wichtig, gemeinsam und nicht mit Schuldzuweisungen aus den Fehlern des Bundeswehreinsatzes zu lernen, um es in Zukunft besser zu machen.

Einig über Notwendigkeit der Untersuchung

Nicht nur die Koalitionsfraktionen stehen hinter dem Antrag, der die Aufgaben des Untersuchungsausschusses definiert. Auch CDU und CSU sind mit im Boot. Unionsfraktionsvize Johann Wadephul (CDU) erklärte, die…