Virtuelles Treffen
Die aufstrebenden Fünf: Putin scharrt die Brics-Staaten um sich

„Allein auf der Grundlage ehrlicher und gegenseitig nützlicher Kooperation können wir nach Wegen aus dieser Krisenlage suchen“, sagte Putin zum Auftakt des virtuellen Treffens der Brics-Gruppe. 

© Mikhail Metzel / Picture Alliance

23.06.2022, 17:52
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Während die europäischen Staatschefs über das Für und Wider des ukrainischen EU-Beitritts sinnieren, scharrt der Kreml seine wichtigsten Verbündeten um sich. Das virtuelle Treffen der Brics-Staaten soll dem Westen zeigen: Wir können auch ohne euch.

China lädt ein, die Autokraten kommen. Am Donnerstag haben sich die Staatschefs aus Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika zusammengeschaltet. Eigentlich treffen sich die Brics-Staaten, auffallend häufig von Populisten regiert, einmal im Jahr, um ihre Wirtschaftsbeziehungen aufzupeppen. Nun ist es das erste Mal, dass sich die ökonomisch ziemlich besten Freunde seit Beginn des Krieges in der Ukraine treffen. So dreht sich ihr Plausch vermutlich hauptsächlich, wenn auch inoffiziell, um ein Thema: die Sanktionen des Westens gegen Russland. Die widersprächen schließlich „dem gesunden Menschenverstand und elementarer wirtschaftlicher Logik“, sagte Russlands Präsident Wladimir Putin am Mittwoch in seinem Video-Grußwort vor dem Wirtschaftsforum.

Beim Treffen selbst warf Putin dem Westen Egoismus vor. Die Weltwirtschaft sei „wegen der undurchdachten egoistischen Handlungen einzelner Länder, die mittels finanzieller Mechanismen ihre eigenen Fehler in der Makroökonomie auf die ganze Welt abwälzen“ in die Krise geraten, sagte der Kremlchef am Donnerstag.

Ungleiche Allianz

Das Akronym Bric (anfangs noch ohne Südafrika), geht laut dem US-Finanzmagazin „Investopedia“ auf den Wirtschaftswissenschaftler Jim O’Neill von Goldman Sachs…