Bafög-Empfänger bekommen mehr Geld

Der Bafög-Satz für Studierende wird von 427 auf 452 Euro im Monat angehoben. Wer nicht mehr bei den Eltern lebt, kann außerdem 360 statt bisher 325 Euro für die Miete bekommen. Foto: Andrea Warnecke/dpa

© dpa-infocom GmbH

Seit Jahren sinkt die Zahl der Bafög-Empfänger. Die Ampel-Koalition will den Trend nun nach eigener Aussage umkehren – mit einer Reform in mehreren Schritten. Der erste Schritt: Mehr Geld und höhere Freibeträge.

Bafög-Empfänger bekommen zum Wintersemester mehr Geld. Der Bundestag beschloss mit den Stimmen der Ampel-Koalition und der Linken eine knapp sechsprozentige Erhöhung der Bafög-Sätze und eine deutliche Erhöhung von Freibeträgen und Schonvermögen.

Dadurch soll sich der Kreis der Bafög-Berechtigten vergrößern. Auch für Schüler und Auszubildende werden die Sätze angehoben. Union und AfD stimmten gegen die Reform.

In den vergangenen zehn Jahren war die Zahl der Empfänger kontinuierlich gesunken. «Die bisherige Förderung hat noch zu viele ausgeschlossen. Wir kehren diesen Trend um», sagte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP). Die Ampel-Koalition hatte wegen der Inflation noch etwas draufgelegt, ursprünglich war eine Bafög-Erhöhung von fünf Prozent geplant. Studierendenvertreter und das Deutsche Studentenwerk kritisieren die Anhebung dennoch als zu niedrig.

Kritik der Opposition: «Reförmchen»

Die Linken-Politikerin Nicole Gohlke sprach im Bundestag von «ein bisschen Kosmetik» und warf der Ampel vor, weltfremd zu sein. «Die Inflation frisst die Bafög-Erhöhung komplett auf, da bleibt nichts übrig.» Die CSU-Bildungspolitikerin Katrin Staffler nannte das Gesetz ein «Reförmchen», das zu kurz greife.

Die Koalition verteidigte das Vorhaben. Im Zuge der Reformierung des Bafög stelle man in…