Der Regierungssprecher der in Afghanistan herrschenden Taliban, Bilal Karimi, hat via Twitter zur sofortigen Hilfe aufgerufen. Die Behörden befürchten, dass die Opferzahlen noch weiter steigen werden. Der stellvertretende Minister für Katastrophenmanagement, Mawlawi Sharafuddin Muslim, sprach vor Journalisten von derzeit 920 Toten und mehr als 600 Verletzten. Zahlreiche Gebäude in den ostafghanischen Provinzen Paktika und Chost seien zerstört worden, heißt es weiter. Afghanische Medien zeigten Aufnahmen von in Trümmern liegenden Häusern. Ein Dorf soll vollständig zerstört worden sein. Die betroffene Bergregion ist abgelegen, was die Rettungsarbeiten erschwert.

Paktika liegt im Grenzgebiet zu Pakistan

Epizentrum südwestlich von Chost

Die Behörden im benachbarten Pakistan gaben das Beben am späten Dienstagabend (Ortszeit) mit einer Stärke von 6.1 an. Die US-Erdbebenwarte sprach von einem Beben der Stärke 5.9 und einem etwas schwächeren Nachbeben. Das Epizentrum lag 44 Kilometer südwestlich der afghanischen Stadt Chost nahe der Grenze zu Pakistan in etwa zehn Kilometern Tiefe.

Erdbeben sind in Afghanistan mit seinen etwa 39 Millionen Einwohnern und vor allem in der Bergkette Hindukusch keine Seltenheit. Wegen der mangelhaften Bausubstanz der Häuser sind die Schäden oft verheerend.

Ein durch das Beben zerstörtes Gebäude

Hinzu kommt nun, dass die humanitäre Lage seit dem Abzug der westlichen Truppen und der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban im vergangenen August katastrophal ist. Es fehlt an Lebensmitteln und Medikamenten.

Der Sondergesandte der Europäischen Union für Afghanistan, Tomas Niklasson, schrieb auf Twitter, die EU verfolge die Lage in dem afghanischen Erdbebengebiet genau und halte sich „bereit, Nothilfe zu koordinieren und zu liefern“. Auch die Vereinten Nationen (UN) prüfen nach eigenen Angaben den Hilfsbedarf in dem Katastrophengebiet.

Papst zeigt Anteilnahme

Papst Franziskus hat für die Opfer des verheerenden Bebens in…