Wohneigentum
Interhyp: «Böses Erwachen» für viele Immobilieninteressenten

Kredite für Immobilienkäufer in Deutschland werden immer teurer. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

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Ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung können sich viele nicht mehr leisten. Nicht nur die Immobilienpreise steigen weiter, auch ein Darlehen kostet inzwischen erheblich mehr.

Der Baufinanzierungsvermittler Interhyp erwartet bis Jahresende einen weiteren Anstieg der Immobilienzinsen auf 3,5 bis 4 Prozent.

Derzeit liegt der Durchschnittszins für zehnjährige Darlehen bei 3,1 Prozent, mehr als dreimal so hoch wie zu Jahresbeginn. Das berichtete Vorständin Mirjam Mohr am Mittwoch in München. Da gleichzeitig die Bau- und Immobilienpreise weiter gestiegen sind, können sich laut Interhyp viele Interessenten ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung nicht mehr leisten. «Dieses böse Erwachen, das spüren ganz viele Menschen in Deutschland.»

Im vergangenen Jahr habe es auf dem Wohnimmobilienmarkt «Torschlusspanik» gegeben, sagte die Managerin bei der Vorstellung der neuen «Wohntraumstudie» des Unternehmens. Dieses Jahr hätten viele Interessenten ein ganz anderes Gefühl: «Ich habe den Zug verpasst.» Die Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen sei weiter hoch – aber zumindest einige Interessenten erhalten demnach wegen beschränkter finanzieller Mittel und zu hoher Kosten keine Finanzierungszusagen mehr. Für die Studie hatte Interhyp im Februar und März 2180 Menschen befragen lassen.

Darlehen kosten deutlich mehr

Nach einem Rechenbeispiel des Portals Check24 bedeutet ein effektiver Zins von drei Prozent, dass ein Darlehen von 400.000 Euro bis zum Ende der zehnjährigen Sollzinsbindung über 78.000 Euro mehr kostet als noch im Januar. Bei einem Zinssatz von vier Prozent wären es sogar über 114.000 Euro mehr, wie das Unternehmen mitteilte.