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24-Stunden-Warnstreik droht deutsche Seehäfen lahmzulegen

Hafenarbeiter gehen in Hamburg zu einer Streikversammlung. Foto: Markus Scholz/dpa

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In Deutschlands großen Seehäfen droht Stillstand. Unzufrieden mit dem Angebot der Arbeitgeber ruft die Gewerkschaft Verdi zu einem 24-stündigen Warnstreik auf. Die Folgen dürften groß werden.

Die coronabedingt ohnehin schon chaotische Abfertigung von Container- und Frachtschiffen in Deutschlands Seehäfen droht wegen eines Warnstreiks der Hafenarbeiter vollends aus dem Tritt zu geraten.

Unzufrieden mit den Ergebnissen der vierten Verhandlungsrunde in Bremen forderte die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch tausende Beschäftigte auf, am Donnerstagmorgen für 24 Stunden die Arbeit niederzulegen. Betroffen seien die Häfen Hamburg, Emden, Bremerhaven, Bremen, Brake und Wilhelmshaven. Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) verurteilte die Streikankündigung und forderte ein Vermittlungsverfahren. «Die angekündigten 24-stündigen Warnstreiks sind nicht verhältnismäßig», sagte ZDS-Verhandlungsführerin Ulrike Riedel.

«Wir hätten einen weiteren Warnstreik gern vermieden, aber das jetzt vorliegende, mehrheitlich verschlechterte Angebot ist für uns nicht annehmbar», entgegnete Verdi-Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth. Bereits vor der dritten Verhandlungsrunde hatten Hafenarbeiter erstmals seit Jahrzehnten bei einem Warnstreik mehrere Stunden die Abfertigung von Schiffen weitgehend lahmgelegt und die ohnehin massiven Verspätungen an der Kaikante weiter vergrößert.

Dutzende Schiffe warten auf Abfertigung

Wegen der in Folge der Corona-Pandemie aus dem Tritt geratenen Containerschifffahrt warten derzeit in der Nordsee Dutzende Schiffe auf ihre Abfertigung. Nach Angaben des Kieler Instituts für Weltwirtschaft stecken dort nun mehr als zwei…