Streit um Sanktionen
„Russland will allen Angst machen“: Litauen wehrt sich gegen Drohungen wegen Kaliningrad

Die litauische Regierungschefin Ingrida Simonyte sagt: „Es gibt keine Blockade von Kaliningrad“

© Philip Davali/Ritzau Scanpix/AP / DPA

22.06.2022, 16:56
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Litauen lässt bestimmte Güter nicht mehr in die russische Exklave Kaliningrad. Russland antwortet mit Drohungen gegen das Nato-Mitglied. Litauischer Politikerinnen erklären, was aus ihrer Sicht dahinter steckt.

„Schwerwiegende negative Folgen für die Bevölkerung in Litauen“ – darunter machte es Russlands Chef des Nationalen Sicherheitsrats, Nikolai Patruschew, nicht. Mit dieser Drohung reagiert Russland auf die Ankündigung Litauens, den Bahnverkehr zwischen Russland und Kaliningrad zu beschränken. Güter, die unter die EU-Sanktionen gegen Russland fallen, können nicht mehr mit der Bahn über Litauen nach Kaliningrad gebracht werden. Dazu gehören vor allem Metalle, Baumaterial, Technologiegüter und Kohle.

Laut dem Gouverneur von Kaliningrad, Anton Alichanow, könnten 40 bis 50 Prozent der Importe von der „Blockade“ betroffen sein. „Russland wird auf solche feindseligen Aktionen natürlich reagieren“, sagte Patruschew am Dienstag bei einem Besuch in Kaliningrad. „Entsprechende Maßnahmen werden auf interministerieller Ebene ausgearbeitet und bald verabschiedet. Sie werden schwerwiegende negative Folgen für die Bevölkerung in Litauen haben.

Russische Hardliner fordern Angriff

Kremltreue Hardliner hingegen forderten in Talkshows des Staatsfernsehens gleich mehrfach die Schaffung eines „Korridors“ zwischen Kernrussland und Kaliningrad. Das würde einen Angriff auf die dazwischen liegenden Länder Lettland und Litauen bedeuten – oder von Russlands Verbündetem Belarus aus auf den Grenzbereich zwischen Litauen und Polen.

Krieg in…