Sanktionen
Wut über Transitbeschränkung für Kaliningrad: Russland droht

Waggons stehen auf dem Güterbahnhof in Kaliningrad. Litauen beschränkt den Transit zwischen der zu Russland gehörenden Ostsee-Exklave – nach Angaben aus Brüssel auf Grundlage von Leitlinien der EU-Kommission zur Umsetzung von Sanktionen. Foto: Uncredited/AP/dpa

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Wegen des Kriegs in der Ukraine schränkt Litauen den Warentransit in Russlands Exklave Kaliningrad ein. Moskau sendet Warnungen in Richtung des Nato-Landes, in dem auch Hunderte Bundeswehrsoldaten stationiert sind. Wie ernst ist die Lage?

Es mag ein wenig ironisch klingen, doch Moskau sieht sich in diesen Tagen oft als Opfer.

Westliche Waffenlieferungen für die Ukraine, Sanktionsdruck, Diplomatenausweisungen: All das ist – ungeachtet des vor vier Monaten begonnenen Kriegs gegen das Nachbarland – nach russischer Darstellung ungerechtfertigt. Für besondere Empörung sorgt nun seit Tagen die Entscheidung des EU- und Nato-Landes Litauen, den Transit zwischen der zu Russland gehörenden Ostsee-Exklave Kaliningrad und dem russischen Kernland zu beschränken.

Damit fällt der Transport von Waren, die auf westlichen Sanktionslisten stehen, zumindest über den baltischen Landweg weg. Nach Kaliningrader Darstellung betrifft das 40 bis 50 Prozent aller Transitgüter, darunter Baumaterialien und Metalle.

Russlands westlichstes Gebiet um das ehemalige Königsberg, das nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs der Sowjetunion zugesprochen wurde, liegt zwischen Litauen und Polen. Die Region mit knapp einer Million Einwohnern ist nur etwa 500 Kilometer von Berlin, aber mehr als 1000 Kilometer von Moskau entfernt. Droht ausgerechnet hier eine Ausweitung des Konflikts mit der Nato?

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