Neue Adresse für Auslandsvertretung
Um Washington zu ärgern: Moskau benennt Platz vor US-Botschaft um

Blick auf die US-Botschaft in Moskau, Russland

© Alexander Shcherbak/ / Picture Alliance

22.06.2022, 10:03
1 Min. Lesezeit

Russland provoziert neue Spannungen mit den USA. Der Platz vor der US-Botschaft in Moskau wird umbenannt. Damit wird bei Angabe der Adresse künftig ein Hinweis auf die „Donezker Volksrepublik“ nötig.

Russland benennt den Platz vor der amerikanischen Botschaft in Moskau nach der separatistischen „Donezker Volksrepublik“ (DVR) um und provoziert so neue Spannungen mit den USA. Ein entsprechender Erlass zur Umbenennung wurde am Mittwoch von der Stadtverwaltung veröffentlicht. Der Schritt zwingt die US-Botschaft künftig bei Angabe ihrer Adresse auf die DVR zu verweisen, die Washington nicht als unabhängigen Staat anerkennt.

Die Initiative zur Umbenennung ging von der Moskauer Stadt-Duma aus. Mittels einer Online-Umfrage wurde der endgültige Name festgelegt – allerdings standen neben der DVR nur noch „die Verteidiger des Donbass“ und der im März gefallene Separatist Wladimir Schoga zur Auswahl. Der Vorstoß zielte daher von Anfang an darauf ab, Washington zu verärgern. Kremlsprecher Dmitri Peskow unterstützte das Vorhaben öffentlich.

Auch USA haben Platz vor Russlands Botschaft umbenannt

Ein derartige Provokation von Diplomaten ist dabei keine neue Erscheinung des Ukraine-Kriegs. In Washington wurde bereits 2018 der Platz vor der russischen Botschaft in Boris Nemtsov Plaza umbenannt, nach Boris Nemzow, einem 2014 erschossenen russischen Oppositionspolitiker. Moskau reagierte darauf verärgert.

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