Der Regierungssprecher der in Afghanistan herrschenden Taliban, Bilal Karimi, hat via Twitter zur sofortigen Hilfe aufgerufen. Die Behörden befürchten, dass die Opferzahlen noch steigen werden. Die staatliche Nachrichtenagentur Bakhtar meldet mindestes 255 Tote und 155 Verletzte. Zahlreiche Gebäude in der ostafghanischen Provinz Paktika seien zerstört worden, heißt es weiter. Afghanische
Medien zeigten Aufnahmen von in Trümmern liegenden Häusern. Örtliche Einsatzkräfte versuchen laut der Katastrophenschutzbehörde, in die betroffene abgelegene Bergregion zu gelangen. 

Epizentrum südwestlich von Chost

Die Behörden im benachbarten Pakistan gaben das Beben am späten Dienstagabend (Ortszeit) mit einer Stärke von 6.1 an. Die US-Erdbebenwarte sprach von einem Beben der Stärke 5.9 und einem etwas schwächeren Nachbeben. Das Epizentrum lag 44 Kilometer südwestlich der afghanischen Stadt Chost nahe der Grenze zu Pakistan in etwa zehn Kilometern Tiefe.

Erdbeben sind in Afghanistan mit seinen etwa 39 Millionen Einwohnern und vor allem in der Bergkette Hindukusch keine Seltenheit. Wegen der mangelhaften Bausubstanz der Häuser sind die Schäden oft verheerend.

Hinzu kommt nun, dass die humanitäre Lage seit dem Abzug der westlichen Truppen und der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban im vergangenen August katastrophal ist. Es fehlt an Lebensmitteln und Medikamenten.

se/fab (dpa, ap, afp, rtr)