Einzelhandel
Corona-Knick beim Ladendiebstahl – Mehr Fälle erwartet

Der größte Anteil der Ladendiebstähle entfällt der EHI-Studie zufolge auf die Kunden. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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Im Einzelhandel wurden 2021 Waren im Wert von rund 3,2 Milliarden Euro geklaut. Das war weniger als in den Vorjahren. Doch rechnet die Branche in diesem Jahr mit einer Trendwende – das hat auch mit der hohen Inflation zu tun.

Egal ob Spirituosen, Smartphones oder Sneaker: Im deutsche Einzelhandel wurde auch 2021 gestohlen, was nicht niet- und nagelfest war.

Insgesamt summierten sich die Verluste durch Langfinger im Einzelhandel nach einer Studie des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI auf rund 3,2 Milliarden Euro.

Eine Riesensumme – und doch war es weniger als in den Vorjahren. Im ersten Corona-Jahr 2020 summierten sich die Verluste des Handels durch Diebstähle noch auf 3,4 Milliarden Euro. Im letzten Vor-Corona-Jahr 2019 waren es sogar 3,75 Milliarden Euro. Durch die Pandemie sei die Zahl der Diebstähle spürbar zurückgegangen, sagte der EHI-Sicherheitsexperte Frank Horst der Deutschen Presse-Agentur. Hier machten sich nicht zuletzt die coronabedingten Ladenschließungen und die gesunkenen Kundenfrequenzen in den Einkaufsstraßen bemerkbar.

Doch der Abwärtstrend dürfte wohl nicht anhalten. «Im Moment wird in der Branche sehr stark damit gerechnet, dass die Diebstähle wieder zunehmen – weil der Einzelhandel sich normalisiert und alles wieder geöffnet ist», meinte Horst. Die aktuellen Preissteigerungen bei vielen Produkten dürften diese Entwicklung noch verstärken, befürchtet der Experte.

Kunden klauen am meisten – Sorge wegen Banden

Der Löwenanteil der Diebstähle entfällt der Studie zufolge auf die Kunden. Sie ließen laut EHI 2021 Waren im Wert von 2,1 Milliarden…