Die Installation „People’s Justice“ des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi hing nur drei Tage an einem Gerüst auf dem zentralen Friedrichsplatz, bis die antisemitische Bildsprache des Banners bemerkt und öffentlich scharf kritisiert wurde. Immer lauter wurden die Forderungen nach Konsequenzen. Am Dienstagabend bauten die Künstler ihr Werk schließlich ab, nachdem es zuvor verhüllt worden war.

Auch die bunten Pappaufsteller zu Füßen des Banners, die in unzähligen Workshops von Taring Padi mit hunderten Beteiligten entstanden, wurden entfernt. Rund 100 Menschen verfolgten das Geschehen. Es gab Pfiffe und Buhrufe. Andere klatschten Beifall. Nur das Gerüst für das Kunstwerk steht noch auf dem entleerten Platz zwischen Museum Fridericianum und documenta-Halle.

Ein Mitglied des indonesischen Künstlerkollektives Taring Padi nimmt das umstrittene Banner ab

Den Abbau hatte unter anderem der Förderkreis „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ gefordert. Die Vorsitzende des Förderkreises, Lea Rosh, sprach in Bezug auf die documenta von „Antisemitismus mit langer Ansage“. Zuvor hatten auch Kulturstaatsministerin Claudia Roth und die hessische Kunststaatsministerin Angela Dorn die Entfernung des Wandbilds von Taring Padi verlangt und die documenta-Verantwortlichen zu Konsequenzen aufgefordert.

Ruf nach Aufarbeitung des Eklats immer lauter

Er und die Stadt fühlten sich durch die antisemitischen Motive beschämt, sagte Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle, der von einem immensen Schaden für Kassel sprach. Trotz ihrer Bekenntnisse sei die künstlerische Leitung der documenta fifteen „ihrer Verantwortung nicht nachgekommen, dafür zu sorgen, dass Antisemitismus, Rassismus sowie jede Art von Diskriminierung keinen Raum hat“.

Dem kuratierenden Kollektiv Ruangrupa war schon seit Monaten Antisemitismus vorgeworfen worden. Doch versicherten die Kuratoren, Antisemitismus, Rassismus oder Gewalt würden keinen Platz auf der documenta haben.

Wie es nun…