Debatte um Kernenergie
Die letzten drei Atomkraftwerke einfach noch etwas länger laufen lassen? Diese Probleme gibt es dabei

Atomkraftwerk Isar 2 in Bayern: In der aktuellen Energie-Debatte fordern manche, die verbliebenen Meiler später abzuschalten

© Luftbild Bertram / Picture Alliance

22.06.2022, 07:01
4 Min. Lesezeit

Drei Atomkraftwerke liefern in Deutschland noch bis Ende des Jahres Strom. In der Debatte um Energieversorung fordern einige, sie noch länger laufen zu lassen. Doch einfach nur etwas später abschalten kann man die Meiler nicht. 

von Robert Clausen

Durch die Gaspipeline Nord Stream 1 kommt weniger Gas – und die Speicher sind noch bei weitem nicht ausreichend gefüllt. Wie lange reichen die nationalen Gasvorräte in Deutschland? Um Gas für den anstehenden Winter zu sparen und die Speicher schneller zu füllen, werden Forderungen nach einer Verlängerung der Laufzeit für Atomkraftwerke laut. Theoretisch wäre das zwar möglich – aber so einfach ist es nicht.

Das Uran-Problem

Für den Betrieb von Atomkraftwerken braucht es Brennstäbe aus Uran. Nach einiger Zeit ist so ein Brennstab aber „abgebrannt“, also verbraucht und liefert nicht mehr genügend Energie. Die Betreiber der Atomkraftwerke haben mit einem Abschalten Ende dieses Jahres geplant – und keine Brennstäbe auf Lager. Der Energieversorger RWE teilt zum Beispiel mit: „Unser Kraftwerk in Emsland ist auf den Auslaufbetrieb zum Ende des Jahres ausgerichtet, zu dem Zeitpunkt wird der Brennstoff aufgebraucht sein.“

Für eine Laufzeitverlängerung bräuchten die Kraftwerke also neue Brennstäbe. Doch die Lieferung dauert. PreussenElektra, eine Tochterfirma von Eon, hatte im März noch darauf hingewiesen, dass die Lieferung neuer Brennstäbe anderthalb Jahre dauern könnte. Dazu kommt: Einer der wichtigsten Uran-Exporteure ist ausgerechnet Russland – und…