21.06.2022, 18:53
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Seit 2015 wird am 21. Juni der Welttag des Yoga gefeiert. Damit rückt Indien als Ursprungsland der uralten Lehre in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Doch für Premierminister Narendra Modi ist der Aktionstag mehr als ein Grund zum Feiern.

Luftaufnahme der indischen Hauptstadt Neu-Delhi: Tausende Menschen in weißen Gewändern sitzen im Lotus-Sitz auf dem Boden und meditieren. Währenddessen begeben sich auf dem Times Square in New York Hunderte mit Leggings in den „Herabschauenden Hund“. In Berlin dröhnen zur gleichen Zeit Techno-Beats durch ein Yoga-Studio, in dem schweißgebadete Kursteilnehmer synchron durch eine Bewegungsabfolge fließen. Am 21. Juni ist nicht nur Sommersonnenwende und damit der längste Tag des Jahres, sondern auch Welttag des Yoga. Längst hat die indische Lehre Millionen Anhänger auf der ganzen Welt. Allein in Deutschland rollen zehn Millionen Menschen regelmäßig die Matte aus.

Zur Ruhe kommen auf dem sonst so hektischen Times Square: Eine Aktion zum Weltyogatag

© Erik McGregor / Picture Alliance

Zum Weltyogatag gibt es jährlich – zumindest in Zeiten vor Corona – zahlreiche Veranstaltungen. Sie reichen von Schnupperkursen über Mitternachtsyoga bis hin zu Atem-Workshops. Die Angebote sind genauso zahlreich wie die Stilrichtungen, die sich über die Jahre aus der indischen Lehre entwickelt haben. Für den Subkontinent ist der Aktionstag eine Möglichkeit, sich jährlich als Herkunftsland des Yoga ins öffentliche Bewusstsein zu rufen. Das gilt sowohl für das Ausland als auch für Indien selbst. Für die Regierung ist die im Hinduismus verankerte Lehre nämlich auch ein politisches Instrument.

Yoga förderlich für die Gesundheit der Weltbevölkerung

Ende 2014 schlug der indische Premierminister Narendra Modi den Vereinten Nationen einen Weltyogatag vor. Seinen Vorstoß…