Das US-Militär werde „keine Anti-Personen-Minen mehr entwickeln, herstellen oder erwerben“ und auch nicht exportieren, erklärte das Weiße Haus in Washington. Bestehende Vorräte würden vernichtet, hieß es. Eine Ausnahme gilt für die koreanische Halbinsel, wo die Vereinigten Staaten den Minen-Einsatz weiterhin gestatten. An der Grenze zwischen Nordkorea und dem mit den USA verbündeten Südkorea sind zahlreiche solcher Sprengkörper platziert.

Trotz der internationalen Ächtung von Landminen hatte im Jahr 2020 der damalige US-Präsident Donald Trump dem Militär erlaubt, die gefährlichen Waffen wieder weltweit einzusetzen. Die Regierung seines Nachfolgers Joe Biden macht Trumps Entscheidung nun rückgängig.

Tausende Opfer

Ziel sei es, die Vorbereitungen zu treffen, um „letztlich“ der 1999 in Kraft getretenen Ottawa-Konvention beizutreten, so das Weiße Haus. Mehr als 160 Staaten, darunter auch Deutschland, haben in dem nach der kanadischen Hauptstadt benannten Vertrag ein Verbot von Tretminen vereinbart, weil diese oft noch lange nach dem Ende von Kampfhandlungen vor Ort verbleiben.

Bei Minenexplosionen werden jedes Jahr Tausende Zivilisten verletzt, verstümmelt oder getötet. Häufig sind die Opfer Kinder, die im Freien spielen und dort auf eine Mine treten.

Kontrollierte Sprengung einer Landmine in Syrien

Anti-Personen-Minen sind kostengünstig zu produzieren und leicht zu verstecken; ihre Räumung ist hingegen extrem gefährlich, langwierig und kostspielig. Zu den Ländern, die besonders von Landminen früherer Konflikte betroffen sind, gehören Afghanistan, Irak, Jemen, Angola, Laos und Kambodscha.

Zuletzt hatte das US-Militär der Ukraine Minen vom Typ „Claymore M18A1“ geliefert. Nach Angaben des Pentagons erlaubt der Ottawa-Vertrag die Nutzung der Claymore-Minen, weil sie normalerweise kontrolliert verlegt und per Fernzündung ausgelöst werden.

wa/mak (dpa, afp)